Tierarztkosten beim Hund

Tierarztkosten beim Hund

Wer sich einen Hund zulegt, bereichert seine Familie um ein neues Mitglied. Ein Hund ist nicht einfach nur ein Haustier, er ist ein Freund, Beschützer, Wandergeselle, guter Zuhörer, Sportkumpan, Seelentröster, Kuscheltier, Helfer bei der Arbeit oder dem Hobby und noch vieles mehr. Menschen, die einen Hund haben, leben nachweislich gesünder und meist auch glücklicher als solche ohne einen Vierbeiner an ihrer Seite. Dennoch sollte man sich von Anfang an klar darüber sein, dass ein Hund auch Kosten verursacht – Anschaffung, gutes Futter, Ausstattung, Steuer, Versicherungen und natürlich die regelmäßigen und ungeplanten Besuche beim Tierarzt. Wie sich die Tierarzt-Kosten zusammensetzen und womit Du rechnen musst, sagen wir Dir hier.

Tabelle 1: Mögliche Kosten für einen ersten Tierarztbesuch mit dem Hund (in Anlehnung an die neue GOT vom 22.11.2022)

Einzelposten 1-facher Satz 2-facher Satz 3-facher Satz
Allgemeine Untersuchung mit Beratung Impfung (SHPPi) 23,62 Euro 47,24 Euro 70,86 Euro
Impfung (SHPPi) 4,49 Euro 8,98 Euro 13,47 Euro
Impfung (L4) 4,49 Euro 8,98 Euro 13,47 Euro
Impfung (Tollwut) 4,49 Euro 8,98 Euro 13,47 Euro
Impfbescheinigung 3,85 Euro 7,70 Euro 11,55 Euro
Injektion subkutan (Impfung SHPPi) 11,50 Euro 23,00 Euro 34,50 Euro
Injektion subkutan (Impfung L4 + Tollwut) 11,50 Euro 23,00 Euro 34,50 Euro
Sonstige Bescheinigung (Ausstellen des Heimtierausweises) 17,00 Euro 34,00 Euro 51,00 Euro
Implantation eines Transponders 10,24 Euro 20,48 Euro 30,72 Euro
Dokumentation im Rahmen der Kennzeichnung 5,50 Euro 11,00 Euro 16,50 Euro
Material (Impfserum, Transponder, Spritzen, Kanülen usw.), zum Beispiel 30,00 Euro 30,00 Euro 30,00 Euro
Gesamt 109,36 Euro 188,72 Euro 268,06 Euro
+ Umsatzsteuer 19% 20,78 Euro 35,86 Euro 50,94 Euro

Diese Kosten sind abhängig vom Aufwand, ob der 1-, 2- oder 3-fache Satz berechnet wird, liegt im Ermessen des Tierarztes

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Tierarztkosten für spezielle Krankheiten, Impfungen etc.

Genau wie beim Menschen oder anderen Tieren gibt es bei Hunden eine Vielzahl von Krankheiten, Vorsorgemaßnahmen & Co., die Tierarztkosten verursachen können. Für diese haben wir eigene Blogartikel erstellt und die wichtigsten Informationen dort zusammengefasst. Auch Kostentabellen für die einzelnen Krankheiten und medizinischen Maßnahmen findest Du auf vielen der verlinkten Seiten.

Wie kommen die Kosten für die Tierarzt-Behandlung zustande?

Wieviel ein Tierarzt für die Untersuchung und Behandlung eines Hundes an Kosten erheben darf, ist in der Gebührenordnung für Tierärzte (kurz GOT) genau festgelegt. Diese GOT ist eine Rechtsverordnung der Bundesregierung und somit für jeden in Deutschland zugelassenen bzw. niedergelassenen Tierarzt bindend. Sie hat den Zweck, den Tierärzten für ihre Berufstätigkeit eine einheitliche und angemessene Vergütung zu ermöglichen und gleichzeitig den berechtigten Interessen der Tierhalter Rechnung zu tragen. Auch soll damit ein Preiskampf zwischen Tierärzten um Patienten verhindert werden.
In der GOT ist genau festgelegt, was ein Tierarzt liquidieren darf, nämlich
  • Gebühren für Leistungen (z.B. Untersuchungen, Behandlungen, Operationen)
  • Entschädigungen (z.B. Wegegeld)
  • Entgelte für Arzneimittel und Verbrauchsmaterialien, inklusive der Kosten für deren Lagerung
  • Barauslagen (z.B. Portokosten, Kosten für Fremdlabore)
Daraus geht deutlich hervor, dass in den Kosten für tierärztliche Leistungen (z.B. Impfungen) nicht die Kosten für Arzneimittel (z.B. Impfseren) und Verbrauchsmaterial (z.B. Spritzen und Kanülen) enthalten sind. Außerdem werden alle ausgewiesenen Gebühren als Nettokosten angegeben, hinzu kommt also noch die Umsatzsteuer. Allgemeine Kosten für den Betrieb der Praxis, wie etwa Gehälter, Strom- und Heizkosten, Wartungskosten für Untersuchungsgeräte etc. dürfen dagegen nicht abgerechnet werden.

Neben diesen allgemeinen Vorgaben sind in der GOT in einem ausführlichen Gebühren-Katalog sämtliche Grund- und Zusatzleistungen der Tierärztlichen Tätigkeit mit genauen Euro-Beträgen und jeweils einem 1-fachen, 2-fachen und 3-fachen Satz aufgeführt. Nach welchem dieser Sätze der Tierarzt jeweils abrechnet, liegt in seinem Ermessen, sollte sich aber nach den besonderen Umständen des Einzelfalles unter Berücksichtigung folgender Kriterien richten:

  • der Schwierigkeit der Leistung (z.B. ob der Hund kooperativ oder besonders aggressiv ist, die OP normal verläuft oder außergewöhnliche Verwachsungen vorliegen usw.)
  • dem Zeitaufwand für die Leistung (wobei nur ein über das normale Maß hinausgehender Zeitaufwand extra in Rechnung gestellt werden darf)
  • dem Zeitpunkt der Erbringung der Leistung (z.B. reguläre Sprechstunde, Notdienst, Wochenende etc.)
  • dem Wert des Tieres (auch für Tiere mit geringem finanziellen Wert muss mindestens der 1-fache Satz berechnet werden, Tiere mit sehr hohem finanziellen Wert erfordern eventuell höheren Behandlungs-Aufwand)
  • den örtlichen Verhältnissen (dies betrifft tierärztliche Leistungen außerhalb der eigenen Praxis)
Eine Unterschreitung des Einfachsatzes ist genauso wie eine Überschreitung des Dreifachsatzes nur in Ausnahmefällen gestattet und erfordern eine vorherige schriftliche Vereinbarung zwischen Tierarzt und Auftraggeber. Für Leistungen außerhalb der üblichen Sprechzeiten, die im Rahmen eines tierärztlichen Notdienstes erbracht werden, steht dem Tierarzt zusätzlich zu den anfallenden Gebühren eine Notdienstgebühr in Höhe von 50 Euro zu.

Was muss der Tierarzt in der Rechnung ausweisen?

Über die erbrachten und in Rechnung gestellten Leistungen, Entgelte, Entschädigungen und Auslagen hat der Tierarzt eine genaue Rechnung zu erstellen. Eine solche Rechnung soll nach den Vorgaben der GOT mindestens folgende Punkte enthalten:

  • Das Datum der Erbringung der Leistung
  • Die Tierart (bei Hunden in der Regel auch den Namen)
  • Die Diagnose
  • Die berechnete Leistung (dabei müssen nicht zwingend alle Einzelposten des GOT-Gebührenkataloges aufgeführt werden)
  • Den Rechnungsbetrag
  • Die Umsatzsteuer

Nur auf ausdrückliches Verlangen des Tierbesitzers ist eine Rechnung nach den einzelnen Gebührenpositionen aufzugliedern.

 

Tabelle 2: Was kostet ein Gesundheits-Check mit Impfung beim Hund?

Genau wie bei uns Menschen auch, sind bei Hunden regelmäßige Arztbesuche sinnvoll, damit sie lange gesund bleiben und mögliche Erkrankungen frühzeitig erkannt und behandelt werden können. Zumindest für die jährlichen Impfungen wird in der Regel ein Besuch in der Tierarztpraxis fällig, und diesen kannst Du gleich für einen gründlichen Gesundheits-Check Deines Vierbeiners nutzen. Der Tierarzt prüft dabei die Vitalfunktionen wie Herz- und Atemfrequent, Pulsschlag, schaut in die Ohren, hört den Bauchraum ab und begutachtet die Zähne, entfernt gegebenenfalls manuell kleine Zahnsteinauflagerungen, bevor er schließlich die erforderliche Impfung durchführt. In der folgenden Tabelle wird dargestellt, wie die Rechnung dann aussehen könnte:

Allgemeine Untersuchung mit Beratung 23,62 €
Eingehende Untersuchung Herz-Kreislauf 15,39 €
Eingehende Untersuchung Ohren 17,25 €
Zahnsteinentfernung manuell 20,54 €
Impfung gegen Leptospirose 11,50 €
Impfbescheinigung 6,16 €
Arzneimittel (Impfserum), Verbrauchsmaterial (Spritzen, Kanülen usw.) 13,00 €
Gesamt Netto 107,46 €
Umsatzsteuer 19% 20,41 €
Arzneimittel (Impfserum), Verbrauchsmaterial (Spritzen, Kanülen usw.) 10,00 €
Umsatzsteuer 7% 0,70 €
Gesamt 127,85 €

(Hierbei wurde jeweils der 1-fache Satz der GOT vom 22.11.2022 zugrunde gelegt.)

 

Häufige Erkrankungen bei Hunden

Natürlich ist es die Wunschvorstellung eines jeden Hundehalters, dass der Vierbeiner gesund und fit bleibt bis ins hohe Alter und man zusammen viele schöne, sorgenfreie Jahre verbringen wird. Leider ist das aber eher die Ausnahme, denn im Laufe eines langen Hundelebens können zahlreiche Erkrankungen auftreten, die nicht nur Leid und Sorgen, sondern auch eine ganze Menge Kosten für den Hundebesitzer mit sich bringen. Die häufigsten Gründe für Tierarztbesuche haben wir hier zusammengefasst:

  • Allergien: Ähnlich wie bei uns Menschen auch, nehmen die allergischen Erkrankungen bei Hunden immer mehr zu. Als mögliche Auslöser kommen zum Beispiel Futterinhaltsstoffe, Medikamente, Reinigungsmittel, Pollen oder Flohspeichel in Frage, die entweder zu Hautreizungen, Magen-Darm-Problemen oder auch Atemwegsreizungen führen können. Die Diagnostik und Behandlung kann langwierig und teuer sein.
  • Augenerkrankungen: Bei vielen Rassen kommen vermehrt erblich bedingte Fehlstellungen der Augenlider wie Entropium (nach innen gerollter Lidrand) oder Ektropium (nach außen gedrehter Lidrand) vor, die meist kostspielig operativ behandelt werden müssen. Die Progressive Retinaatrophie ist ebenfalls eine vererbbare Augenkrankheit, und auch der Graue Star (Katarakt) kann erblich bedingt oder als Alterserscheinung bei Hunden auftreten und führt schlimmstenfalls zur Erblindung.
  • Ektoparasiten: Vor allem Flöhe und Zecken sind unter Hunden weit verbreitet. Diese Parasiten führen zu unangenehmem Juckreiz und können zudem andere, gefährliche Krankheiten (z.B. Borreliose, Anaplasmose) auf den Hund übertragen.
  • Endoparasiten: Vor allem Würmer (Spul-, Haken- und Bandwürmer, Herz- und Lungenwürmer), aber auch Blutparasiten wie Babesien, Leishmanien und Giardien können bei Hunden zu teilweise schweren Erkrankungen führen.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Fehlfunktionen der Herzklappen, Entzündungen des Herzmuskels, Gefäßverengungen sind mögliche Gründe für die Entstehung einer Herzinsuffizienz, die lebenslang behandelt werden muss.
  • Infektionskrankheiten: Zahlreiche Viren und Bakterien können zu Infekten bei Hunden führen. Einige sind hochansteckend und gefährlich, manche als Zoonosen auch auf den Menschen übertragbar. Gegen viele dieser Erreger gibt es wirksame Impfungen. Als sogenannte Core-Impfungen, die jeder Hund regelmäßig bekommen sollte, gelten die Impfung gegen Staupe, Hepatitis contagiosa canis, Parvovirose, Leptospirose und Tollwut. Andere Impfungen sollten situationsbedingt hinzu kommen.
  • Ohrenerkrankungen: Entzündungen der Ohren kommen besonders bei Hunden mit Schlappohren häufig vor, da die Gehörgänge schlecht belüftet werden. Auch Fremdkörper wie Getreidegrannen oder Schmutzpartikel können zu langwierigen Ohrproblemen führen.
  • Skeletterkrankungen: Zahlreiche genetisch bedingte Fehlbildungen oder Entwicklungsstörungen können unterschiedliche Erkrankungen am Bewegungsapparat verursachen. Viele große Rassen leiden häufig unter Hüft- oder Ellbogendysplasie, kleine Rassen wie Dackel haben oft Bandscheibenprobleme („Dackellähmung“) oder Patellaluxation, so dass Behandlungen und auch sehr kostenintensive Operationen am Skelettsystem keine Seltenheit in der Tiermedizin sind.
  • Stoffwechselkrankheiten: Hunde können an zahlreichen Stoffwechselproblemen leiden. Besonders häufig treten Krankheiten wie Diabetes mellitus oder Schilddrüsen-Dysfunktionen auf, die meist lebenslang mit Medikamenten behandelt werden müssen.
  • Tumoren: Krebserkrankungen treten bei Hunden genau so vielschichtig auf wie bei Menschen. Bösartig entartete Zellen können praktisch überall im Körper vorkommen, etwa in der Haut, an Hormondrüsen, inneren Organen, Nerven oder Knochen, aber auch in Form von Blutkrebs. Bei älteren Hündinnen sind Tumorerkrankungen an der Milchleiste und an der Gebärmutter häufig.
  • Vergiftungen: Neben chemischen Mitteln zur Schadnager-Bekämpfung (Ratten- und Mäusegift) oder sind auch zahlreiche Pflanzen für Hunde giftig. Auch die Aufnahme von bestimmten Lebensmitteln wie Weintrauben, Rosinen oder Schokolade kann beim Hund Vergiftungserscheinungen auslösen.
  • Zahnerkrankungen: Ablagerungen von Futterresten und Speichel an den Zähnen verhärten sich mit der Zeit und bilden Zahnstein. Bakterien vermehren sich darunter und führen zu Zahnfleisch-Entzündungen bis hin zu Zahnausfall.

 

Welche Kosten werden von der Hunde-Krankenversicherung übernommen?

Mit der Krankenversicherung von Figo Pet werden die Kosten für zahlreiche ambulante und stationäre tierärztliche Leistungen für Hunde lebenslang übernommen, bei einer Kostenerstattung von bis 90 % und einer flexiblen Obergrenze (3.000€, 6.000€ oder unbegrenzt).

Die Tarife kannst Du dabei sehr individuell an deinen Vierbeiner und dein Budget anpassen. Bei der Krankenversicherung von Figo Pet sind alle Hunderassen und Hunde jeden Alters willkommen.

 

Wie lassen sich Tierarztkosten beim Hund vermeiden?

Ist der Hund krank oder verletzt, will man als Hundehalter selbstverständlich alles tun, damit es dem Vierbeiner schnell wieder besser geht. Die möglichen Kosten für eine tiermedizinische Behandlung sind dann erst einmal zweitrangig. Dennoch können solche unerwarteten Tierarzt-Kosten das eigene Haushaltsbudget schon sehr durcheinander bringen. Mit einer guten Tierkrankenversicherung lassen sich aber solche Belastungen deutlich eingrenzen und durch die regelmäßig gezahlten Beiträge planbarer machen.
Um unnötige oder unvorhersehbare Tierarzt-Kosten möglichst zu vermeiden, kannst Du als Hundehalter aber auch einiges tun:

  • Füttere Deinen Vierbeiner mit einem hochwertigen, gesunden Hundefutter mit ausgewählten Zutaten, das bestenfalls auch nachhaltig produziert wurde und das an die jeweilige Lebensphase des Hundes angepasst ist.
  • Gib Deinem Hund täglich die Möglichkeit, sich viel an der frischen Luft zu bewegen und auszutoben.
  • Beschäftige Dich mit dem Vierbeiner und fördere auch seine kognitiven Fähigkeiten, zum Beispiel durch angepassten Hundesport oder Intelligenz- und Geschicklichkeitsspiele.
  • Achte bei der Auswahl von Spielzeug, Hundeplatz, Leinen und Halsbändern oder Geschirren darauf, dass sie aus unschädlichem Material sind und der Hund sich daran nicht verletzen kann.
  • Beaufsichtige den Vierbeiner so, dass er nicht unbeaufsichtigt herumlaufen kann – so vermeidest Du, dass er z.B. einen Unfall hat, sich mit anderen Hunden rauft oder ungesunde Sachen frisst.
  • Reagiere frühzeitig auf Verhaltensänderungen Deines Hundes, die eventuell erste Krankheitsanzeichen sein könnten.
  • Regelmäßige Impfungen, Wurm- und Parasitenbehandlungen beugen ebenfalls schweren Erkrankungen vor.

Weitere Informationen zum Artikel

Expertise / Zusammenarbeit

Heike Pankatz - Unsere Expertin in Sachen Tiergesundheit

Dr. med. vet. Heike Pankatz studierte Tiermedizin in Hannover und war über viele Jahre für mehrere große Tierschutzorganisationen tätig. Sie hat unter anderem Bücher über Hunde verfasst und arbeitet inzwischen hauptsächlich als Autorin von Fachartikeln zu Themen rund um unsere vierbeinigen Freunde.


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