Blutuntersuchung beim Hund - wozu sie wichtig ist und welche Kosten entstehen können

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    Ist der Hund krank, wünscht man sich als Hundebesitzer, dass die Ursache schnell gefunden und dem Tier geholfen wird. Viele Krankheiten bei unseren Hunden sind aber gar nicht so einfach zu diagnostizieren, denn der Tierarzt kann ja den Patienten nicht direkt nach seinen Beschwerden fragen. Oft kann es dann helfen, eine Blutuntersuchung beim Hund durchzuführen, um anhand bestimmter Werte Veränderungen festzustellen und eine Verdachtsdiagnose dadurch einzugrenzen oder zu bestätigen. Die Blutuntersuchung beim Hund ist somit nur ein Bestandteil der Diagnostik – welche Kosten dafür entstehen können, sagen wir Dir hier.

    Mögliche Kosten für eine Blutuntersuchung beim Hund

    Art der Blutuntersuchung

    Mögliche Kosten

    einfacher Blutausstrich

    ca. 10 - 30 Euro

    Blutsenkung

    ca. 5 - 14 Euro

    Hämatokritwert

    ca. 6 - 16 Euro

    Leuko- / Erythro- / Thrombozytenzählung (kleines Blutbild)

    ca. 5 - 14 Euro

    Blutstatus komplett (großes Blutbild)

    ca. 16 - 50 Euro

    ELISA-Test (Nachweis bestimmter Infektionskrankheiten)

    ca. 20 - 80 Euro

    (Diese Kosten können je nach Untersuchungsaufwand, Tierarztpraxis und Labor variieren, daher sind nur beispielhafte Angaben möglich; hinzu kommen die Kosten für die Allgemeinuntersuchung, die Blutentnahme, die Vorbereitung und Versendung an ein Labor usw.)

    Blutuntersuchung beim Hund - wie und wozu wird ein Blutbild erstellt?

    Viele Erkrankungen bei Hunden sind nicht einfach zu diagnostizieren, da die auftretenden Symptome unterschiedlich stark ausgeprägt sind oder auch unspezifisch bei verschiedenen Krankheiten auftreten können. Zur Eingrenzung und Absicherung einer Verdachtsdiagnose kann eine Blutuntersuchung durchgeführt werden, da die einzelnen Blutparameter sich so mit den Referenzwerten gesunder Hunde vergleichen lassen und genaueren Aufschluss über die vorliegende Erkrankung geben.

     

    Dazu entnimmt der Tierarzt bei deinem Hund eine Blutprobe aus einer Vene. In der Regel wird dazu ein Vorderbein an einer kleinen Stelle rasiert und desinfiziert, mit Hilfe eines Stauschlauches kurz gestaut, um dann mit einer Kanüle die nun deutlich sichtbare Vene anzustechen und die erforderliche Menge Blut mit speziellen Probenröhrchen abzunehmen. Solche Blutuntersuchungen können je nach Ausstattung der Tierarztpraxis direkt dort durchgeführt werden, oder die Proben müssen an ein spezielles Labor geschickt werden, das die Befunde nach ein bis zwei Tagen an den Tierarzt übermittelt.

     

    Man unterscheidet folgende Blutuntersuchungen beim Hund:

    • Hämatologische Untersuchungen ermitteln die Anzahl und das Volumen der roten und weißen Blutkörperchen und die Konzentration des roten Blutfarbstoffs, die genaue Zusammensetzung des Blutes und mögliche Veränderungen (sogenanntes kleines und großes Blutbild)
    • Hämostaseologische Blutuntersuchungen geben Aufschluss über die Gerinnungsfähigkeit des Blutes
    • Klinisch-chemische Blutuntersuchungen können zum Beispiel Hormone, Elektrolyte oder Stoffwechselprodukte im Blut des Hundes bestimmen

     

    Die Erstellung eines Blutbildes kann vor allem bei folgenden Symptomen und Erkrankungen sinnvoll sein:

    • Verdacht auf eine Blutarmut (Anämie)
    • Allergien
    • Infektionen (bakterielle oder virale Infekte wie Salmonellose, Staupe, Parvovirose, Leptospirose)
    • Parasitäre Erkrankungen (z.B. Borreliose, Babesiose, Toxoplasmose, Herzwürmer)
    • Entzündliche Erkrankungen (z.B. Lungenentzündung, Leberentzündung, Bauchspeicheldrüsenentzündung)
    • Tumorerkrankungen
    • Zur Kontrolle einer medikamentösen Behandlung bei bestimmten Krankheiten

    Was ist der Unterschied zwischen einem großen und einem kleinen Blutbild beim Hund?

    Bei der Blutuntersuchung wird meist zwischen dem kleinen und großen Blutbild unterschieden. Das sogenannte kleine (oder auch rote) Blutbild liefert dem Tierarzt Angaben über die allgemeine Zusammensetzung des Blutes seines Patienten: Die Anzahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), der Blutplättchen (Thrombozyten) und die Menge des Blutfarbstoffs Hämoglobin werden bestimmt, außerdem der Hämatokrit-Wert (also das Verhältnis des Volumens der Blutzellen zum Gesamtvolumen des Blutes). Abweichungen dieser Werte von den durchschnittlichen Normwerten gesunder Hunde können bereits Aufschluss über mögliche Erkrankungen geben.

    Mit dem großen (oder auch weißen) Blutbild werden die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) genauer auf verschiedene Bestandteile untersucht, die als Parameter für bestimmte Erkrankungen dienen. So kann ein erhöhter Wert bestimmter Granulozyten auf einen allergischen Prozess hindeuten, andere weisen auf eine Entzündung oder eine Infektion hin, wieder andere treten bei bestimmten Krebserkrankungen vermehrt auf.

    Darüber hinaus können auch noch zahlreiche weitere Werte mit einer Blutuntersuchung abgeklärt werden, zum Beispiel der Blutzuckerspiegel beim Verdacht auf eine Diabetes-Erkrankung, Hormonwerte zur Erkennung einer Schilddrüsenunterfunktion oder auch Gerinnungsparameter bei einer möglichen Vergiftung des Hundes mit Rattengift.

    Blut-Messwerte beim Hund verstehen und deuten

    Anhand von Blutuntersuchungen können beim Hund sehr viele unterschiedliche Parameter bestimmt werden, die bei verschiedenen Krankheiten eine Rolle spielen. Diese werden dann mit den Referenzwerten gesunder Hunde verglichen.

    Normwerte des Blutbildes bei Hunden sind:

    Blutparameter

    Einheit

    Normwerte

    Erythrozyten

    Mio. pro Mikroliter Blut

    5,5 - 8,5

    Leukozyten

    Tausend pro Mikroliter Blut

    4,5 - 12

    Thrombozyten

    Tausend pro Mikroliter Blut

    110 - 580

    Hämoglobin

    Gramm pro Liter Blut

    140 - 200

    Hämatokrit

    Prozent

    44 - 64

    Ist beispielsweise die Zahl der Erythrozyten erniedrigt, ist dies ein Hinweis auf eine Blutarmut. Meist ist dann auch der Hämatokrit-Wert zu niedrig, da die roten Blutkörperchen den weitaus größten Anteil am Volumen der Blutzellen ausmachen. Erhöhte Leukozytenwerte können auf eine Entzündung oder eine Allergie hindeuten. Dein Tierarzt wird Dir die ermittelten Werte des Blutbildes genau erklären.

    Wann und wie oft sollte eine Blutuntersuchungen bei Hunden durchgeführt werden?

    Eine Blutuntersuchung beim Hund sollte immer dann durchgeführt werden, wenn eine genaue Diagnose der vorliegenden Erkrankung mit anderen Untersuchungsverfahren allein nicht möglich ist. Somit wird dieses Verfahren bei Hunden meist nur in einem konkreten Krankheitsfall angewandt.

    Bei einigen Hundekrankheiten ist es aber wichtig, den Behandlungsverlauf regelmäßig zu kontrollieren, um die verwendeten Medikamente möglichst genau dosieren oder gegebenenfalls auch wechseln zu können. In solchen Fällen sind häufige, regelmäßige Blutuntersuchungen notwendig.

    Bei älteren Hunden können regelmäßige prophylaktische Blutuntersuchungen ein bis zwei Mal im Jahr dazu beitragen, mögliche altersbedingte, krankhafte Veränderungen bereits frühzeitig festzustellen und entsprechend zu behandeln.

    Kosten für eine Blutuntersuchung beim Hund

    Die Kosten für eine Blutuntersuchung beim Hund hängen sehr davon ab, welche Parameter untersucht werden sollen, wie schwierig die Blutentnahme ist und ob die Tierarztpraxis selber über die Analyse-Geräte verfügt oder ein externes Labor die Untersuchung vornehmen muss. Die Gebührenordnung für Tierärzte regelt die Kosten, welche der Tierarzt für bestimmte Leistungen abrechnen kann. Da aber eine Blutentnahme und -untersuchung in der Regel nur einen Bestandteil der Gesamtdiagnostik ausmacht, kommen zu den reinen Kosten für die Blutuntersuchung noch weitere Kosten für die Allgemeinuntersuchung, andere Diagnoseverfahren wie Ultraschall oder Röntgen, die Verabreichung von Medikamenten usw. hinzu. Es ist daher schwierig, genaue Angaben zu den entstehenden Kosten zu machen. Die Erstellung eines großen Blutbildes etwa kann Dich ungefähr 40 bis 60 Euro kosten.

    Welche Kosten werden bei einer Blutuntersuchung von der Versicherung übernommen?

    Bei der Krankenversicherung Komfort von prevet werden für Hunde bis zum 4. Geburtstag Kosten für ambulante und stationäre tierärztliche Leistungen ohne Begrenzung übernommen, danach bis zu 80 Prozent. Für Impfungen, Wurmkuren und vorsorgliche Gesundheitschecks erhält Du pro Jahr einen Zuschuss von 70€.

    Wie lassen sich die Kosten für eine Blutuntersuchung vermeiden?

    Wenn es dem Hund schlecht geht und er offensichtlich krank ist, will man als Hundebesitzer alles tun, damit die Ursache gefunden und dem Vierbeiner schnell geholfen wird. In solchen Fällen lassen sich die möglichen Kosten einer Blutuntersuchung also kaum vermeiden.

    Natürlich kannst Du als Hundehalter selber einiges dazu beitragen, Deine Fellnase möglichst lange gesund zu erhalten:
    •Gesundes, hochwertiges Hundefutter ohne künstliche Zusätze oder gentechnisch veränderte Zutaten
    •Ausreichende Bewegung durch regelmäßige Spaziergänge, freien Auslauf oder auch gemeinsamen Hundesport
    •Beschäftigung des Hundes entsprechend seiner Möglichkeiten (Langeweile kann auch krank machen)
    •Regelmäßige Gesundheitschecks beim Tierarzt
    •Regelmäßige Prophylaxe-Maßnahmen wie Impfungen, Wurmkuren, Parasitenabwehr
    •Je gesünder und fitter Dein Hund ist, desto weniger anfällig wird er für viele Krankheiten sein – und das hilft Dir dabei, unnötige Ausgaben für aufwändige tierärztliche Untersuchungen zu sparen.

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    Experte / Zusammenarbeit

    Wilfried Tiegs - Unser Experte in Sachen Tiergesundheit

    Dieser Text entstand in Zusammenarbeit mit Dr. med. vet. Wilfried Tiegs, der viele Jahre als praktizierender Tierarzt für Klein- und Großtiere arbeitet. Der ausgebildete Tropentierarzt erwarb durch diverse Auslandsaufenthalte internationale Erfahrung und besitzt auch die Zulassung als Tierarzt für Neuseeland. Wilfried Tiegs auf LinkedIn

    Quellenangaben

    Alle Seiten Tierarztkosten

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