Entwurmung der Katze - wann und wie oft muss das sein und welche Kosten können entstehen?
Letzte Aktualisierung: 25.10.2026
- Auch Wohnungskatzen können Würmer bekommen. Ein Befall verläuft oft ohne Symptome, einige Wurmarten sind auf Menschen übertragbar.
- Wie oft entwurmt werden sollte, hängt vom Risiko ab: Ist es unklar, empfiehlt ESCCAP mindestens 4 Behandlungen oder Kotuntersuchungen pro Jahr, für Mäusefänger auch monatlich gegen Bandwürmer.
- Eine Wurmkur beim Tierarzt mit Untersuchung kostet im einfachen GOT-Satz ca. 38–51 € (inkl. MwSt), als Spritze ca. 51–66 €.
- Eine Kotuntersuchung in der Praxis kostet je nach Satz ca. 24–73 € (ohne Untersuchung der Katze).
Würmer leben als Parasiten im Verdauungstrakt oder in anderen Organen von Tieren und Menschen und schädigen ihre Wirte. Durch Hygiene allein lässt sich ein Befall nicht immer verhindern. Hier erfährst Du, woran Du Würmer bei Deiner Katze erkennst, wie oft eine Entwurmung sinnvoll ist und welche Kosten dafür entstehen.
Was kostet eine Wurmkur für die Katze?
Die Kosten hängen davon ab, ob Du das Wurmmittel nur abholst oder die Katze in der Praxis untersucht und behandelt wird. Tierärztliche Leistungen werden nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT, gültig seit 22.11.2022) abgerechnet.
| Leistung | GOT-Nr. | 1-facher Satz | 2-facher Satz | 3-facher Satz |
|---|---|---|---|---|
| Allgemeine Untersuchung mit Beratung | 16 | 23,62 € | 47,24 € | 70,86 € |
| Eingeben von Medikamenten (Tablette, Paste, Spot-on) | 210 | 4,13 € | 8,26 € | 12,39 € |
| Injektion subkutan/intramuskulär | 221 | 11,50 € | 23,00 € | 34,50 € |
| Kotuntersuchung mit Anreicherungsverfahren | 150 | 20,54 € | 41,08 € | 61,62 € |
| Wurmmittel: Tablette, Paste oder Spot-on (Schätzung) | – | ca. 4–15 € | ||
| Wurmmittel zur Injektion (Schätzung) | – | ca. 8–20 € | ||
Gebühren netto, zzgl. 19 % MwSt. Medikamentenpreise sind Erfahrungswerte und hängen von Präparat und Gewicht der Katze ab.
Daraus ergeben sich folgende Gesamtkosten pro Behandlung (inkl. MwSt):
- Wurmkur beim Tierarzt (Tablette, Paste oder Spot-on) mit Untersuchung: ca. 38–51 € im 1-fachen Satz, ca. 71–84 € im 2-fachen, bis ca. 117 € im 3-fachen Satz.
- Wurmkur per Spritze mit Untersuchung: ca. 51–66 € im 1-fachen Satz, bis ca. 149 € im 3-fachen Satz.
- Kotuntersuchung in der Praxis: ca. 24 € im 1-fachen bis ca. 73 € im 3-fachen Satz; wird die Katze dabei untersucht, kommen ca. 28–84 € dazu. Schickt die Praxis die Probe an ein externes Labor, gelten dessen Preise.
Holst Du das Wurmmittel nur ab und gibst es zu Hause selbst, zahlst Du in der Regel lediglich das Präparat. Grobe Richtwerte: Tabletten für eine 4–6 kg schwere Katze kosten etwa 4–8 € pro Stück, Spot-on-Präparate etwa 5–15 €. Kot-Selbsttests aus dem Handel liegen bei etwa 25–40 €.
Rechne die Kosten aufs Jahr hoch: Eine Wohnungskatze mit 1–2 Behandlungen kostet deutlich weniger als ein Freigänger, der vier- bis zwölfmal im Jahr entwurmt wird. Lass Dir in der Praxis ein Entwurmungsschema passend zum Risiko Deiner Katze erstellen.
Symptome eines Wurmbefalls bei der Katze
Ob eine Katze Würmer hat, ist nicht immer leicht zu erkennen. Gesunde erwachsene Katzen zeigen oft gar keine Symptome, können aber trotzdem Wurmeier ausscheiden und so andere Tiere oder Menschen anstecken. Auch reine Wohnungskatzen sind nicht sicher, denn Wurmeier können zum Beispiel an Schuhen in die Wohnung gelangen.
Diese Anzeichen können auf Würmer hinweisen:
- harter, aufgeblähter Bauch (vor allem bei Kitten)
- Wachstumsstörungen, Abgeschlagenheit und Schwäche
- Gewichtsverlust
- Durchfall (auch blutig), Verstopfung oder Erbrechen
- sichtbare Wurmteile im Kot oder am After
- Juckreiz am After
- stumpfes, glanzloses Fell
- Husten und Atemnot (bei Lungenwürmern)
Besonders gefährdet für schwere Verläufe sind Kitten sowie alte oder kranke Katzen. Bei Kitten kann ein starker Befall sogar tödlich enden.
Die häufigsten Wurmarten bei Katzen
Viele Wurmarten sind nicht auf einen Wirt beschränkt und befallen auch Hunde oder Menschen. Bei einem Befall sollten deshalb möglichst alle Tiere im Haushalt behandelt werden.
- Spulwürmer: Sie leben im Darm und werden bei der Katze bis etwa 10 cm lang. Eier werden mit dem Kot ausgeschieden und gelangen über Schnuppern, direkten Kontakt oder Schuhe und Kleidung zu anderen Tieren. Mutterkatzen übertragen Larven über die Milch auf ihre Kitten. Für Menschen, besonders kleine Kinder beim Spielen im Sand, sind Spulwurmeier ein Gesundheitsrisiko.
- Bandwürmer: Je nach Art nutzen sie unterschiedliche Zwischenwirte. Der Gurkenkernbandwurm wird über Flöhe übertragen, andere Bandwürmer über gefressene Mäuse. Dazu gehört auch der für Menschen gefährliche Fuchsbandwurm, für den Katzen aber weniger geeignete Wirte sind als Hunde. Auch rohes Fleisch kann Bandwurmstadien enthalten.
- Hakenwürmer: Diese etwa 1 cm langen Würmer werden über Eier im Kot verbreitet. Ihre Larven leben im Boden und können auch aktiv durch die Haut eindringen.
- Lungenwürmer: Ihre Larven entwickeln sich in Schnecken. Katzen stecken sich meist an, wenn sie Beutetiere wie Mäuse, Vögel oder Frösche fressen, die zuvor Schnecken gefressen haben. In Deutschland ist ein relevanter Anteil der Freigänger betroffen. Folgen können Husten und Atemprobleme sein.
- Herzwürmer: Ihre Larven werden durch Stechmücken übertragen. Sie kommen vor allem in Südeuropa vor; Katzen erkranken deutlich seltener als Hunde. Für Reisen in Risikogebiete gibt es vorbeugende Mittel.
- Blasenwürmer: Diese dünnen Haarwürmer gelangen selten über gefressene Regenwürmer in die Katze und können eine Blasenentzündung verursachen.
Diagnose und Behandlung
Die meisten Würmer leben im Darm, deshalb lassen sich Eier, Larven oder Wurmteile im Kot nachweisen. Weil sie nicht ständig ausgeschieden werden, sollte eine Sammelkotprobe von drei aufeinanderfolgenden Tagen untersucht werden. Ein negatives Ergebnis schließt einen Befall trotzdem nicht sicher aus, besonders bei Bandwürmern. Für Lungenwürmer ist ein spezielles Verfahren mit frischem Kot nötig, bei Herzwürmern sind Bluttests, Röntgen oder Ultraschall hilfreich.
Wurmmittel (Anthelminthika) gibt es als Tablette, Paste, Spot-on zum Auftragen auf die Haut oder als Injektion. Sie töten die Würmer im Körper ab, schützen aber nicht vor einer erneuten Ansteckung. Manchmal muss die Behandlung wiederholt werden.
Verwende ausschließlich Mittel, die für Katzen zugelassen sind. Manche Präparate für Hunde sind für Katzen unverträglich oder sogar giftig. Hausmittel ersetzen keine Wurmkur und können Katzen schaden.
Bei Kitten kann ein Wurmbefall bereits Folgeprobleme wie Blutarmut, Lungenentzündung oder Entwicklungsstörungen verursacht haben, die zusätzlich behandelt werden müssen.
Wie oft sollte eine Katze entwurmt werden?
Eine Wurmkur wirkt nur auf die Würmer, die zum Zeitpunkt der Behandlung im Körper sind. Schon wenige Tage danach kann sich die Katze erneut anstecken. Die europäische Expertenorganisation ESCCAP empfiehlt deshalb ein Schema nach individuellem Risiko:
- Kitten: ab der 3. Lebenswoche alle 2 Wochen bis 2 Wochen nach dem Absetzen von der Muttermilch, je nach Risiko danach monatlich bis zum 6. Lebensmonat. Die Mutterkatze wird gleichzeitig mit der ersten Behandlung der Kitten entwurmt.
- Risiko unklar: mindestens 4 Entwurmungen oder Kotuntersuchungen pro Jahr.
- Freigänger, die Mäuse fangen oder Aas fressen: monatlich gegen Bandwürmer.
- Reine Wohnungskatzen mit geringem Risiko: seltener, nach Absprache mit der Tierarztpraxis, häufig 1–2-mal pro Jahr.
- Nach Flohbefall: zusätzlich eine Behandlung gegen Bandwürmer.
Statt vorbeugend zu entwurmen, kannst Du auch regelmäßig Kotproben untersuchen lassen und nur bei positivem Befund behandeln. Die Untersuchungen sollten dann genauso häufig erfolgen wie die empfohlenen Entwurmungen.
Fütterst Du roh, verwende nur Fleisch, das sicher behandelt wurde: Tiefgefrieren bei −17 bis −20 °C für eine Woche oder Erhitzen auf mindestens 65 °C Kerntemperatur für 10 Minuten tötet Wurmstadien ab.
Quellen
- Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) (Bundesministerium der Justiz)
- Helminthen-Empfehlung Hund & Katze (ESCCAP Deutschland)
- Wie oft muss ich mein Tier entwurmen? Aktuelle Empfehlungen zum Schutz vor Würmern (ESCCAP Deutschland)
- Zahn-OP Katze Kosten
- Zahnreinigung Katze Kosten
- Entwurmung Katze Kosten
- Ultraschalldiagnostik Katze Kosten
- Tierarztkosten Katze
- Tollwut-Impfung Katzen Kosten
- Röntgendiagnostik Katze Kosten
- Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) Katzen Kosten
- Katzenseuche Kosten
- Katzenschnupfen Kosten
- Impfungen Katze Kosten
- Kastration bei Kater und Katze Kosten
- Felines Immundefizienz-Virus (FIV) Katze Kosten
- Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) Katze Kosten
- Felines Leukämie-Virus (FeLV) Katze Kosten
- Epilepsie Katze Kosten
- Computertomografie (CT) Katze Kosten
- Chemotherapie Katze Kosten
- Blutuntersuchung Katze Kosten
- Allergietest Katzen Kosten
- Einschläfern Katze Kosten
Expertise / Zusammenarbeit
Hinterlassen Sie einen Kommentar