Felines Leukämie-Virus (FeLV) bei der Katze - welche Behandlung ist möglich und welche Kosten können entstehen
Letzte Aktualisierung: 25.10.2026
- Das Feline Leukämie-Virus (FeLV) verursacht die Katzenleukose. Eine dauerhafte (progressive) Infektion ist nicht heilbar.
- Die Impfung ist keine Pflichtimpfung, wird aber für Katzen mit Ansteckungsrisiko empfohlen, vor allem für Freigänger.
- Vor der ersten Impfung sollte ein FeLV-Test zeigen, dass die Katze nicht infiziert ist.
- Erstuntersuchung, Bluttest und Impfung kosten im einfachen GOT-Satz ca. 110–130 € (inkl. MwSt), im 2-fachen Satz ca. 210–225 €. Eine Auffrischung ohne Test liegt bei ca. 65–80 €.
Das Feline Leukämie-Virus (FeLV) ist weltweit verbreitet und kann bei Katzen ganz unterschiedliche, schwere Erkrankungen auslösen. Hier erfährst Du, wie die Krankheit verläuft, wann die Impfung sinnvoll ist und welche Kosten dafür entstehen.
Was kostet die FeLV-Impfung?
Tierärzte rechnen nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT, gültig seit 22.11.2022) ab. Vor der ersten Impfung kommen zur Untersuchung und Injektion noch Blutentnahme und FeLV-Test hinzu.
| Leistung | GOT-Nr. | 1-facher Satz | 2-facher Satz | 3-facher Satz |
|---|---|---|---|---|
| Allgemeine Untersuchung mit Beratung | 16 | 23,62 € | 47,24 € | 70,86 € |
| Blutentnahme venös | 627 | 10,26 € | 20,52 € | 30,78 € |
| FeLV-Schnelltest in der Praxis | 620 | 30,78 € | 61,56 € | 92,34 € |
| Injektion subkutan/intramuskulär | 221 | 11,50 € | 23,00 € | 34,50 € |
| Impfbescheinigung (Impfpass) | 87 | 6,16 € | 12,32 € | 18,48 € |
| Impfstoff FeLV, je Impfung (Schätzung) | – | ca. 12–25 € | ||
Gebühren netto, zzgl. 19 % MwSt. Wird die Blutprobe an ein externes Labor geschickt, berechnet das Labor eigene Preise.
Daraus ergeben sich folgende Gesamtkosten (inkl. MwSt):
- Erster Termin mit Test und Impfung: ca. 112–128 € im 1-fachen Satz, ca. 210–226 € im 2-fachen, bis ca. 324 € im 3-fachen Satz.
- Grundimmunisierung komplett (Test, zwei Impfungen): ca. 164–195 € im 1-fachen Satz, wenn die zweite Impfung als Folgeuntersuchung (GOT-Nr. 34) abgerechnet wird.
- Auffrischung ohne Test: ca. 63–79 € im 1-fachen Satz, bis ca. 177 € im 3-fachen Satz.
Wird FeLV zusammen mit Katzenseuche und Katzenschnupfen in einem Kombinationsimpfstoff gegeben, fallen Untersuchung und Injektion nur einmal an.
Katzenleukose: Übertragung und Verlauf
Die Katzenleukose ist eine tückische Virusinfektion, weil sie sehr unterschiedliche Symptome hervorrufen kann. Das Virus kommt in mehreren Subtypen vor. FeLV-A ist an jeder Infektion beteiligt; zusammen mit FeLV-B entstehen häufiger Tumoren, FeLV-C ist vor allem mit schwerer Blutarmut verbunden.
Übertragen wird das Virus hauptsächlich über Speichel, seltener über Nasensekret, Urin, Kot oder Muttermilch. Meist ist dafür enger, längerer Kontakt nötig, etwa gegenseitiges Putzen oder gemeinsame Näpfe und Katzentoiletten. Auch Bisswunden können das Virus übertragen. Eine infizierte trächtige Katze kann es an ihre Kitten weitergeben. Besonders gefährdet sind Freigänger, Katzen aus Mehrkatzenhaushalten, Tierheimen oder Zuchten. In der Umgebung überlebt das Virus nur kurz. Auf Menschen ist es nicht übertragbar.
Nach der Ansteckung vermehrt sich das Virus zunächst im Nasen-Rachen-Raum. Wie es weitergeht, hängt vom Immunsystem der Katze ab:
- Regressive Infektion: Das Immunsystem drängt das Virus zurück. Die Katze scheidet keine Viren aus und erkrankt meist nicht, das Erbgut des Virus bleibt aber in ihren Zellen. Bei starker Schwächung des Immunsystems kann die Infektion wieder aufflammen.
- Progressive Infektion: Das Virus verbreitet sich über das Blut im ganzen Körper und vermehrt sich im Knochenmark. Die Katze scheidet dauerhaft Viren aus und ist im Schnelltest positiv.
Zwischen Ansteckung und ersten Symptomen können Monate oder Jahre liegen. Anfangs zeigen sich oft nur unspezifische Zeichen wie Fieber, Mattigkeit und Schwäche. Später treten typische Folgeerkrankungen auf.
Direkte Folgen der FeLV-Infektion
- Tumoren, vor allem Lymphome, in unterschiedlichen Organen
- Schädigung des Knochenmarks
- Blutarmut (Anämie)
- Fruchtbarkeitsstörungen
Folgen der Immunschwäche
- erhöhte Anfälligkeit für weitere Infektionen
- Entzündungen der Maulschleimhaut
- Ohren- und Augenentzündungen
- schlechte Wundheilung
- Gelenk- und Nierenerkrankungen
Progressiv infizierte Katzen leben nach der Diagnose im Durchschnitt noch etwa zweieinhalb Jahre. Kitten erkranken meist schneller, manche erwachsenen Katzen bleiben aber auch jahrelang ohne Symptome.
Diagnose und Behandlung
Hinweise auf eine FeLV-Infektion geben die Vorgeschichte (Freigang, Mehrkatzenhaltung, Herkunft aus dem Tierheim, Aufenthalt in einer Pension) und der Impfstatus. Nachgewiesen wird die Infektion mit einem Bluttest, der Virusbestandteile (Antigen) erkennt. Ein positiver Schnelltest sollte bestätigt werden, zum Beispiel mit einem Labortest.
Ein negativer Test kurz nach einer möglichen Ansteckung ist keine Garantie: Frühestens etwa 30 Tage nach dem Kontakt ist das Ergebnis aussagekräftig. Nach einem positiven Ergebnis empfiehlt sich ein erneuter Test nach einigen Wochen. Ist die Katze dann negativ, hat ihr Immunsystem die Virusvermehrung womöglich unter Kontrolle gebracht. Bleibt sie positiv, spricht vieles für eine progressive Infektion.
Heilen lässt sich eine progressive Infektion nicht. Die Behandlung zielt darauf, Folgeerkrankungen zu verhindern oder zu behandeln:
- konsequente Behandlung von Sekundärinfektionen
- Chemotherapie bei Lymphomen, Bluttransfusion bei schwerer Anämie
- regelmäßige Kontrolluntersuchungen
- ruhige Umgebung mit wenig Stress, hochwertige Ernährung
Eine positiv getestete Katze sollte möglichst nur in der Wohnung und getrennt von nicht infizierten Katzen gehalten werden. Das schützt die anderen Katzen und die kranke Katze selbst vor weiteren Erregern.
Impfung gegen FeLV: für wen und wie oft?
Die FeLV-Impfung gehört nicht zu den Core-Impfungen. Die StIKo Vet empfiehlt sie für Katzen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko, also vor allem für Freigänger und Katzen mit Kontakt zu Tieren mit unbekanntem FeLV-Status. Reine Wohnungskatzen ohne Kontakt zu fremden Katzen brauchen sie in der Regel nicht.
- Test vorab: Ist der FeLV-Status unbekannt, sollte vor der ersten Impfung getestet werden. Bei einer bereits infizierten Katze bringt die Impfung keinen Nutzen.
- Grundimmunisierung: ab der 8. Lebenswoche zwei Impfungen im Abstand von 3–4 Wochen, eine weitere nach einem Jahr.
- Auffrischung: je nach Risiko und Impfstoff alle 1–3 Jahre. Ab einem Alter von etwa 3 Jahren reicht laut LMU München meist ein Abstand von 3 Jahren, bei älteren Katzen sinkt das Risiko einer progressiven Infektion deutlich.
Wie lassen sich Kosten durch FeLV vermeiden?
Für gefährdete Katzen ist die Impfung der beste Schutz. Vor allem Freigänger, aber auch Katzen, die in eine Tierpension kommen oder auf Ausstellungen mitgenommen werden, sollten rechtzeitig geimpft werden.
Lass neu aufgenommene Katzen testen, bevor sie Kontakt zu Deinen anderen Katzen bekommen. Der Test kostet deutlich weniger als die jahrelange Behandlung einer infizierten Katze.
Die Kosten für Test und Impfung sind gering im Vergleich zu aufwendiger Diagnostik und langwieriger Behandlung, ganz abgesehen vom Leid der erkrankten Katze.
Quellen
- Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) (Bundesministerium der Justiz)
- Empfehlungen zu Impfintervallen für Katzen, Stand Oktober 2025 (Medizinische Kleintierklinik, LMU München)
- Feline Leukemia Virus Disease (MSD Veterinary Manual)
- Zugelassene Impfstoffe für Katzen (Paul-Ehrlich-Institut)
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