Epilepsie bei der Katze - was bedeutet diese Krankheit und welche Kosten entstehen für die Behandlung?
Letzte Aktualisierung: 25.10.2026
- Die Basis-Diagnostik aus Allgemein- und neurologischer Untersuchung, Blutbild und Organwerten kostet inklusive MwSt etwa 170 bis 520 €.
- Mit Röntgen, Ultraschall und EKG sind es rund 360 bis 1.070 €, mit MRT in Narkose etwa 1.500 bis 4.450 €.
- Die Behandlung mit Antiepileptika ist oft lebenslang: in der Einstellungsphase rund 90 bis 260 € pro Monat, später etwa 30 bis 95 € pro Monat.
- Ein Anfall über 5 Minuten oder mehrere Anfälle innerhalb von 24 Stunden sind ein Notfall.
Deine Katze fällt plötzlich um, zuckt und krampft: Ein epileptischer Anfall ist ein erschreckender Anblick. Epilepsie kann bei Katzen ganz unterschiedliche Ursachen haben. Hier erfährst Du, wie die Erkrankung abgeklärt und behandelt wird und mit welchen Kosten Du rechnen musst.
Kosten der Epilepsie-Diagnostik bei der Katze
| Leistung | GOT-Nr. | 1-fach | 2-fach | 3-fach |
|---|---|---|---|---|
| Allgemeine Untersuchung mit Beratung | 16 | 23,62 € | 47,24 € | 70,86 € |
| Klinische neurologische Untersuchung | 716 | 25,65 € | 51,30 € | 76,95 € |
| Blutentnahme | 627 | 10,26 € | 20,52 € | 30,78 € |
| Großes Blutbild | 618 | 23,52 € | 47,04 € | 70,56 € |
| Organprofil, ca. 10 Blutwerte | 611 | 61,60 € | 123,20 € | 184,80 € |
| Röntgen, 2 Aufnahmen | 166 | 53,06 € | 106,12 € | 159,18 € |
| Ultraschalldiagnostik | 180 | 58,92 € | 117,84 € | 176,76 € |
| Elektrokardiogramm (EKG) | 646 | 44,00 € | 88,00 € | 132,00 € |
| Magnetresonanztomographie (MRT) | 177 | 700,00 € | 1.400,00 € | 2.100,00 € |
Nettobeträge nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT, gültig seit 22.11.2022), zzgl. 19 % MwSt. Für das MRT kommen Narkose, Monitoring, Kontrastmittel und Material hinzu. Medikamente werden separat berechnet.
Mit welchen Gesamtkosten Du rechnen solltest
- Basis-Diagnostik (Untersuchung, neurologischer Check, Blutbild, Organwerte): etwa 170 bis 520 € inklusive MwSt
- Erweitert mit Röntgen, Ultraschall und EKG: etwa 360 bis 1.070 €
- Mit MRT in Narkose: etwa 1.500 bis 4.450 €
- Laufende Behandlung: in der Einstellungsphase mit Kontrollen und Blutspiegelmessung etwa 90 bis 260 € pro Monat, stabil eingestellt etwa 30 bis 95 € pro Monat
Ein Notfall mit Daueranfall und Intensivbehandlung kann deutlich teurer werden.
Was passiert bei einem epileptischen Anfall?
Im gesunden Gehirn ist die Aktivität der Nervenzellen fein abgestimmt. Bei einem Anfall entladen sich viele Nervenzellen gleichzeitig und unkontrolliert. Das führt zu Bewusstseinsstörungen, Muskelzuckungen oder einem Krampf des ganzen Körpers. Wie oft, wie stark und wie lange Anfälle auftreten, ist sehr unterschiedlich.
Welche Symptome treten auf?
- Vor dem Anfall: Unruhe, auffällige Anhänglichkeit oder Verstecken, manchmal Aggressivität
- Fokaler (partieller) Anfall: Zuckungen an Kopf, Gesicht oder einzelnen Gliedmaßen, Kaubewegungen, Speicheln
- Generalisierter Anfall: Die Katze stürzt, streckt die Beine steif von sich, krampft und zuckt, verliert das Bewusstsein und setzt eventuell Harn und Kot ab.
- Nach dem Anfall: Erschöpfung, Desorientierung, manchmal vorübergehende Blindheit
Dauert ein Anfall länger als 5 Minuten (Status epilepticus), folgen mehrere Anfälle innerhalb von 24 Stunden (Cluster) oder erholt sich Deine Katze zwischen den Anfällen nicht, fahr sofort in eine Tierklinik. Ohne Behandlung drohen bleibende Hirnschäden oder der Tod.
So hilfst Du Deiner Katze während eines Anfalls
- Ruhe bewahren und die Katze nicht festhalten, sie könnte unbewusst beißen oder kratzen.
- Gegenstände wegräumen, an denen sie sich verletzen kann, und Decken oder Kissen unterlegen.
- Raum abdunkeln und Geräusche vermeiden.
- Uhrzeit und Dauer notieren, wenn möglich den Anfall mit dem Smartphone filmen.
- Danach in Ruhe erholen lassen und Deinen Tierarzt zeitnah kontaktieren, auch wenn es der erste Anfall war.
Welche Ursachen gibt es?
- Strukturelle oder reaktive Ursachen sind bei Katzen häufiger: z. B. Tumoren, Entzündungen des Gehirns, Verletzungen, Fehlbildungen oder Stoffwechselstörungen und Vergiftungen (etwa bei Leber- oder Nierenerkrankungen, Unterzuckerung).
- Idiopathische (primäre) Epilepsie: Es findet sich keine Ursache, eine genetische Veranlagung wird vermutet. Nur etwa jede vierte Katze mit Anfällen fällt in diese Gruppe. Betroffene Tiere sollten nicht zur Zucht eingesetzt werden.
Diagnostik und Behandlung
Die Suche nach der Ursache erfolgt schrittweise: Allgemeine und neurologische Untersuchung, Blutuntersuchung mit Organwerten, je nach Befund Ultraschall, Röntgen und EKG. Bei Verdacht auf eine Ursache im Gehirn folgt ein MRT, eventuell mit Untersuchung des Nervenwassers. Ein EEG wird bei Katzen nur selten durchgeführt.
Lässt sich eine Grunderkrankung behandeln, können die Anfälle verschwinden. Ansonsten bekommt Deine Katze meist lebenslang Antiepileptika. Häufig eingesetzt wird Phenobarbital, alternativ z. B. Levetiracetam. Für Katzen sind kaum Antiepileptika zugelassen, die Mittel werden daher umgewidmet. Kaliumbromid ist für Katzen ungeeignet, weil es schwere Lungenreaktionen auslösen kann.
Nach Beginn oder Änderung der Phenobarbital-Dosis wird nach etwa zwei bis drei Wochen der Blutspiegel kontrolliert, später in größeren Abständen zusammen mit Blutbild und Leberwerten. Ziel ist, Anfälle zu verhindern oder deutlich seltener und schwächer zu machen. Gut eingestellte Katzen haben oft eine gute Lebensqualität.
Führe ein Anfallstagebuch mit Datum, Uhrzeit, Dauer und möglichen Auslösern. Gib die Medikamente immer zur gleichen Zeit und setze sie nie eigenmächtig ab.
Lassen sich die Kosten senken?
Ist Deine Katze an Epilepsie erkrankt, sind Diagnostik und Behandlung meist unumgänglich. Ein genauer Vorbericht und Videos der Anfälle helfen dem Tierarzt, gezielt zu untersuchen. Beim Kauf einer Rassekatze lohnt es sich, nach Anfallserkrankungen in der Linie zu fragen. Regelmäßige Gesundheitschecks helfen, Erkrankungen wie Nieren- oder Lebererkrankungen früh zu erkennen. Eine Krankenversicherung für Katzen kann je nach Vertrag laufende Kosten abfedern, wenn sie vor Ausbruch der Erkrankung abgeschlossen wurde.
Quellen
- Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) (Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de)
- Seizures and epilepsy in cats (Moore SA, 2014) (Veterinary Medicine: Research and Reports)
- Pharmakotherapie bei Epilepsie: Altbewährtes und Zukunftsmusik (Fachbereich Veterinärmedizin, Freie Universität Berlin)
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