Katzenschnupfen - welche Behandlung ist möglich und welche Kosten können entstehen

Katzenschnupfen - welche Behandlung ist möglich und welche Kosten können entstehen

Letzte Aktualisierung: 25.10.2026

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Impfung gegen Katzenschnupfen kostet inkl. Untersuchung, Impfstoff, Impfbescheinigung und MwSt rund 60 bis 75 Euro beim 1-fachen GOT-Satz, die Kombi-Impfung mit Katzenseuche rund 65 bis 85 Euro.
  • Beim 3-fachen Satz sind es bis etwa 170 bzw. 185 Euro.
  • Katzenschnupfen und Katzenseuche sind Core-Impfungen, die jeder Katze empfohlen werden, auch reinen Wohnungskatzen.
  • Grundimmunisierung ab der 6. bis 8. Lebenswoche in mehreren Terminen bis zur 16. Woche, Auffrischung nach einem Jahr, danach meist alle drei Jahre.
  • Die Behandlung einer erkrankten Katze ist meist deutlich teurer als die Impfung.
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Es klingt harmlos, kann für Katzen aber gefährlich werden: Katzenschnupfen gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten bei Katzen. Hier erfährst Du, was hinter der Krankheit steckt, wie gut die Impfung schützt und welche Kosten für Impfung und Behandlung entstehen.

Kosten der Impfung gegen Katzenschnupfen nach GOT

Abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT, gültig seit 22.11.2022). Zu jeder Impfung gehört eine allgemeine Untersuchung, um Erkrankungen auszuschließen.

GOT-Nr.Leistung1-fach2-fach3-fach
16Allgemeine Untersuchung mit Beratung23,62 €47,24 €70,86 €
221Injektion s.c./i.m. (je Spritze)11,50 €23,00 €34,50 €
87Impfbescheinigung6,16 €12,32 €18,48 €
–Impfstoff Katzenschnupfen (Schätzung, nicht in der GOT geregelt)ca. 10–20 €
–Kombi-Impfstoff Katzenschnupfen und Katzenseuche (Schätzung)ca. 15–30 €
Nettobeträge laut GOT, zzgl. 19 % MwSt.

Was kostet die Impfung insgesamt?

Impfung1-fach2-fach3-fach
Katzenschnupfenca. 61–73 €ca. 110–122 €ca. 159–171 €
Kombi Katzenschnupfen und Katzenseucheca. 67–85 €ca. 116–134 €ca. 165–183 €
Je Impftermin, inkl. Untersuchung, einer Injektion, Impfbescheinigung, Impfstoff und 19 % MwSt.

Die meisten Praxen impfen mit einem Kombi-Impfstoff gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche. Bei der Grundimmunisierung fallen die Kosten für jeden Termin an. Für Freigänger kann die Tollwut-Impfung dazukommen, siehe Kosten der Tollwut-Impfung bei der Katze.

Kosten für die Behandlung von Katzenschnupfen

GOT-Nr.Leistung1-fach3-fach
16Allgemeine Untersuchung mit Beratung23,62 €70,86 €
34Folgeuntersuchung im selben Behandlungsfall19,74 €59,22 €
249Tupferprobenentnahme8,21 €24,63 €
146Bakteriologische Untersuchung einfacher Art mit Resistenzbestimmung15,39 €46,17 €
658Nasenspülung25,39 €76,17 €
763Einträufeln in den Lidbindehautsack, je Auge4,13 €12,39 €
771Spülung des Tränennasenkanals, je Auge18,34 €55,02 €
221Injektion s.c./i.m., je Spritze11,50 €34,50 €
Nettobeträge laut GOT, zzgl. 19 % MwSt, Medikamente und ggf. Kosten eines externen Labors (z. B. für PCR-Tests). Bei schweren Verläufen mit Infusionen oder stationärer Aufnahme wird es deutlich teurer.

Katzenschnupfen: Erreger und Übertragung

Bei Menschen ist Schnupfen meist harmlos. Bei Katzen kann er vor allem für Kitten, ungeimpfte oder geschwächte Tiere gefährlich werden. Hinter dem Begriff steckt nicht ein einzelner Erreger, sondern ein ganzer Komplex. Die wichtigsten Erreger sind:

  • Felines Herpesvirus Typ 1 (FHV-1, Erreger der felinen Rhinotracheitis)
  • Felines Calicivirus (FCV)
  • Chlamydia felis
  • Mycoplasma felis
  • Bordetella bronchiseptica

Herpes- und Caliciviren können schon allein eine Erkrankung auslösen, häufig liegen aber Mischinfektionen vor. Auf den vorgeschädigten Schleimhäuten siedeln sich zusätzlich Bakterien an und verschlimmern die Symptome.

Angesteckt wird über Nasen-, Augen- und Speichelsekret, direkt von Katze zu Katze oder indirekt über Näpfe, Katzentoiletten, Hände, Kleidung und Schuhe. Deshalb sind auch reine Wohnungskatzen nicht sicher. Besonders häufig sind Ansteckungen in Mehrkatzenhaushalten, Tierheimen, Pensionen und auf Ausstellungen. Katzen, die die Krankheit überstanden haben, können die Viren noch monatelang oder sogar lebenslang ausscheiden.

Ein hohes Risiko für schwere Verläufe haben sehr junge Kätzchen, ungeimpfte Katzen und Tiere mit geschwächtem Immunsystem, etwa durch eine FeLV- oder FIV-Infektion.

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Symptome

Die Anzeichen hängen von den beteiligten Erregern ab und treten meist wenige Tage nach der Ansteckung auf:

  • häufiges Niesen, Nasenausfluss, teils eitrig
  • Augenausfluss, Bindehautentzündung, verklebte Lider
  • Hornhautgeschwüre (vor allem bei Herpesviren)
  • Fieber, Apathie, Schwäche, Fressunlust
  • Geschwüre im Maul und auf der Zunge (vor allem bei Caliciviren)
  • Schluckbeschwerden, vermehrtes Speicheln
  • Atemgeräusche, Husten, im schweren Fall Lungenentzündung
  • vorübergehendes Lahmen (Caliciviren)

Bei Kitten kann Katzenschnupfen tödlich verlaufen. Bei älteren Katzen wird er manchmal chronisch, mit immer wiederkehrenden Augen- und Atemwegsproblemen.

Ab zum Tierarzt

Frisst Deine Katze nicht mehr, wirkt sie matt oder sind ihre Augen stark entzündet, geh zeitnah in die Praxis. Je früher behandelt wird, desto besser. Schäden an Hornhaut oder Nasenknochen lassen sich später oft nicht mehr beheben.

Diagnose und Behandlung

Meist lässt sich Katzenschnupfen anhand der Symptome erkennen. Für den genauen Erregernachweis werden Tupferproben aus Auge, Nase oder Rachen genommen. Bakterien werden im Labor angezüchtet und auf ihre Empfindlichkeit gegen Antibiotika getestet. Viren und Chlamydien lassen sich per PCR nachweisen.

Die Behandlung richtet sich nach Erregern und Schwere:

  • Unterstützende Pflege: Augen und Nase mehrmals täglich vorsichtig mit einem weichen, feuchten Tuch säubern, für ausreichend Flüssigkeit sorgen und Futter anbieten. Erwärmtes, stark riechendes Futter wird oft besser angenommen.
  • Antibiotika: gegen Chlamydien, Mykoplasmen und bakterielle Sekundärinfektionen. Gib sie genau nach Anweisung und so lange wie verordnet, auch wenn es Deiner Katze schon besser geht.
  • Antivirale Augenmedikamente: bei Hornhautgeschwüren durch Herpesviren.
  • Infusionen und Zwangsernährung: bei schweren Verläufen, wenn die Katze nicht frisst oder trinkt.

Die kranke Katze braucht Ruhe und sollte von anderen Katzen getrennt werden, damit sie diese nicht ansteckt.

Impfung gegen Katzenschnupfen

Die Impfung gegen Katzenschnupfen (Herpes- und Caliciviren) gehört zusammen mit der Impfung gegen Katzenseuche (Panleukopenie) zu den Core-Impfungen, die jeder Katze unabhängig von der Haltung empfohlen werden. Sie verhindert eine Ansteckung nicht immer, schützt aber gut vor schweren Erkrankungen. Gegen bakterielle Erreger hilft sie nicht.

So sieht der Impfplan nach den aktuellen Empfehlungen der Kleintierklinik der LMU München (auf Basis der StIKo Vet) aus:

  • Grundimmunisierung: erste Impfung mit etwa 6 bis 8 Wochen, dann alle drei bis vier Wochen bis zur 16. Lebenswoche (gegen Katzenseuche bis zur 20. Woche).
  • Erste Auffrischung: ein Jahr später.
  • Danach: gegen Katzenschnupfen in der Regel alle drei Jahre. Bei hohem Infektionsdruck, etwa in Mehrkatzenhaushalten oder vor Aufenthalten in einer Tierpension, kann Deine Tierarztpraxis kürzere Abstände empfehlen.

Impfungen gegen Chlamydien und Bordetellen sind keine Standard-Impfungen. Sie kommen nur in Beständen mit nachgewiesenen Problemen zum Einsatz, zum Beispiel in Zuchten oder Tierheimen.

Kitten erhalten über die Muttermilch Antikörper von der Mutter. Diese schützen in den ersten Lebenswochen, können aber die Wirkung der ersten Impfungen abschwächen. Deshalb sind mehrere Impftermine bis zur 16. Woche nötig. Bei Katzen mit FeLV- oder FIV-Infektion besprichst Du den Impfplan am besten individuell mit Deiner Tierarztpraxis.

Wie lassen sich Kosten vermeiden?

Die Impfung ist die beste Vorsorge und deutlich günstiger als die Behandlung einer schweren Erkrankung. Spar deshalb nicht an den Core-Impfungen. Eine Krankenversicherung für Katzen kann die Kosten einer Behandlung abfedern, Vorsorgeimpfungen sind aber nicht in jedem Tarif enthalten.

Halte neue Katzen zunächst getrennt, bis ihr Impf- und Gesundheitsstatus geklärt ist, und achte auf gute Hygiene bei Näpfen und Katzentoiletten. Gute Pflege, artgerechte Haltung und hochwertiges Futter unterstützen das Immunsystem. Zeigt Deine Katze erste Krankheitszeichen, lass sie schnell untersuchen.

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Quellen

  1. Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) (Bundesministerium der Justiz)
  2. Empfehlungen zu Impfintervallen für Katzen, Stand Oktober 2025 (Medizinische Kleintierklinik, LMU München)
  3. Feline Respiratory Disease Complex (MSD Veterinary Manual)

Expertise / Zusammenarbeit

Heike Pankatz - Unsere Expertin für Hunde, Katzen & Co.

Dr. med. vet. Heike Pankatz studierte Tiermedizin in Hannover und war über viele Jahre für mehrere große Tierschutzorganisationen tätig. Sie hat unter anderem Bücher über Hunde verfasst und arbeitet inzwischen hauptsächlich als Autorin von Fachartikeln zu Themen rund um unsere vierbeinigen Freunde.
Für MyPetClub verfasst sie regelmäßig neue Ratgeber und berät uns zu verschiedenen Themen rund ums Tier.


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