Kosten der Impfung gegen Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) bei der Katze

Kosten der Impfung gegen Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) bei der Katze

Letzte Aktualisierung: 25.10.2026

Das Wichtigste in Kürze
  • FIP (Feline Infektiöse Peritonitis) entsteht, wenn sich ein harmloses felines Coronavirus im Körper der Katze verändert. Ohne Behandlung verläuft sie fast immer tödlich.
  • In Deutschland ist ein FIP-Impfstoff (Nasentropfen) zugelassen. Die StIKo Vet empfiehlt die Impfung aber nicht, weil ihre Wirksamkeit sehr eingeschränkt ist.
  • Geimpft werden dürfen nur Katzen ab 16 Wochen, die keine Antikörper gegen Coronaviren haben.
  • Antikörpertest und erste Impfung kosten im einfachen GOT-Satz ca. 110–125 € (inkl. MwSt), die komplette Grundimmunisierung ca. 155–190 €, eine Auffrischung ca. 60–75 €.
  • FIP ist inzwischen mit antiviralen Wirkstoffen in vielen Fällen behandelbar.
Anzeige

Die Viruserkrankung FIP betrifft ausschließlich Katzenartige und galt lange als Todesurteil. Hier erfährst Du, wie FIP entsteht, was die Impfung leisten kann und welche Kosten dafür anfallen.

Was kostet die Impfung gegen FIP?

Tierärzte rechnen nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT, gültig seit 22.11.2022) ab. Der Impfstoff wird als Tropfen in die Nase gegeben, das wird als intranasale Instillation abgerechnet. Vor der ersten Impfung ist ein Antikörpertest auf feline Coronaviren nötig.

LeistungGOT-Nr.1-facher Satz2-facher Satz3-facher Satz
Allgemeine Untersuchung mit Beratung1623,62 €47,24 €70,86 €
Blutentnahme venös62710,26 €20,52 €30,78 €
Coronavirus-Antikörpertest (Schnelltest in der Praxis)62030,78 €61,56 €92,34 €
Instillation intranasal (Impfung)2335,14 €10,28 €15,42 €
Folgeuntersuchung (2. Impftermin)3419,74 €39,48 €59,22 €
Impfbescheinigung (Impfpass)876,16 €12,32 €18,48 €
Impfstoff FIP, je Impfung (Schätzung)–ca. 15–30 €

Gebühren netto, zzgl. 19 % MwSt. Ein Antikörpertest im externen Labor (z. B. als Titerbestimmung) wird vom Labor gesondert berechnet.

Daraus ergeben sich folgende Gesamtkosten (inkl. MwSt):

  • Erster Termin mit Antikörpertest und Impfung: ca. 108–126 € im 1-fachen Satz, ca. 199–216 € im 2-fachen, bis ca. 307 € im 3-fachen Satz.
  • Grundimmunisierung komplett (Test und zwei Impfungen): ca. 156–191 € im 1-fachen Satz.
  • Jährliche Auffrischung ohne Test: ca. 59–77 € im 1-fachen Satz, bis ca. 160 € im 3-fachen Satz.
Hinweis zur Verfügbarkeit

Laut Paul-Ehrlich-Institut ist in Deutschland ein FIP-Impfstoff zugelassen (Primucell FIP). Eine Zulassung bedeutet aber nicht, dass jede Praxis ihn vorrätig hat oder bestellen kann. Frag deshalb vorab bei Deiner Tierarztpraxis nach.

FIP: Entstehung und Verlauf

Auslöser sind feline Coronaviren. Sie sind in Katzengruppen, etwa in Tierheimen und Zuchten, weit verbreitet, und viele Katzen stecken sich schon in den ersten Lebenswochen an. Diese Coronaviren haben nichts mit dem Erreger von Covid-19 zu tun und sind nicht auf Menschen übertragbar.

Meist verläuft die Infektion mit dem Darm-Coronavirus harmlos, ohne Symptome oder mit leichtem Durchfall. Bei etwa 5–12 % der infizierten Katzen verändert sich das Virus im Körper jedoch so, dass es sich über bestimmte Immunzellen im ganzen Körper ausbreiten kann. Dann entsteht FIP. Besonders gefährdet sind junge Katzen im ersten Lebensjahr, Katzen unter Stress und Tiere mit geschwächtem Immunsystem, etwa durch eine FeLV-Infektion.

Ausgeschieden wird das Coronavirus über den Kot. Die meisten Katzen scheiden es nur zeitweise aus, manche aber über lange Zeit in großen Mengen. In Haushalten mit vielen Katzen auf engem Raum ist der Infektionsdruck daher deutlich höher. Die veränderte, FIP-auslösende Virusform wird dagegen praktisch nicht von Katze zu Katze weitergegeben, die Veränderung findet im Körper der einzelnen Katze statt.

Die ersten Anzeichen sind unspezifisch: Fieber, das nicht auf Antibiotika anspricht, Mattigkeit, Fressunlust und Gewichtsverlust. Danach unterscheidet man zwei Formen, die auch gemischt vorkommen:

  • Feuchte Form: Durch entzündete Blutgefäße sammelt sich Flüssigkeit in Bauch- oder Brusthöhle. Der Bauch wird dicker, obwohl die Katze abmagert; Flüssigkeit im Brustkorb erschwert die Atmung.
  • Trockene Form: Entzündliche Knötchen bilden sich an Organen wie Leber, Nieren, Darm, in den Augen oder im Nervensystem. Je nach Ort kommen Augenveränderungen oder neurologische Ausfälle hinzu.
Anzeige

Diagnose und Behandlung

FIP ist schwer zu diagnostizieren. Einen einfachen Bluttest, der FIP sicher nachweist, gibt es nicht. Antikörpertests zeigen nur, dass die Katze Kontakt mit Coronaviren hatte. Da das sehr viele Katzen betrifft, beweist ein positiver Test keine FIP.

Der Tierarzt stützt die Diagnose deshalb auf mehrere Bausteine: Vorgeschichte und Symptome, Blutwerte, Ultraschall und vor allem die Untersuchung von Erguss-Flüssigkeit aus Bauch- oder Brusthöhle, falls vorhanden. Deren Eiweißgehalt, Zellbild und der Nachweis von Virusbestandteilen sichern die Diagnose ab.

Lange war FIP nicht behandelbar. Das hat sich geändert: Mit dem antiviralen Wirkstoff GS-441524 bzw. seiner Vorstufe Remdesivir lassen sich heute viele erkrankte Katzen heilen. In einer Studie der LMU München waren alle 18 behandelten Katzen nach 84 Tagen Therapie in Remission und blieben es auch im Folgejahr. In Deutschland ist allerdings kein Tierarzneimittel mit diesem Wirkstoff zugelassen. Welche Behandlungsmöglichkeiten es für Deine Katze gibt, klärt Deine Tierarztpraxis. Wegen der langen Therapiedauer und der engmaschigen Kontrollen ist die Behandlung teuer.

Wichtig

Hat Deine Katze anhaltendes Fieber, frisst schlecht, nimmt ab oder bekommt einen dicken Bauch, lass sie zeitnah untersuchen. Je früher FIP erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Aussichten.

Impfung gegen FIP: Was sie leisten kann

Der in Deutschland zugelassene Impfstoff ist ein Lebendimpfstoff, der als Tropfen in die Nase gegeben wird. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) und die Kleintierklinik der LMU München empfehlen die Impfung nicht, weil ihre Wirksamkeit äußerst eingeschränkt ist.

  • Voraussetzung: Geimpft werden nur Katzen, die keine (oder nur sehr wenige) Antikörper gegen Coronaviren haben. Hatte die Katze schon Kontakt mit dem Virus, kann die Impfung die Entstehung von FIP nicht mehr verhindern. Deshalb ist der Antikörpertest vorab nötig.
  • Alter: frühestens ab 16 Wochen. Da sich viele Kitten schon vorher mit Coronaviren anstecken, kommt die Impfung oft zu spät.
  • Schema: zwei Impfungen im Abstand von 3 Wochen, danach empfiehlt der Hersteller eine jährliche Auffrischung.

Ob die Impfung für Deine Katze überhaupt infrage kommt, solltest Du mit Deiner Tierarztpraxis besprechen.

Wie lässt sich das FIP-Risiko senken?

Einen sicheren Schutz vor Coronaviren und damit vor FIP gibt es nicht. Gesunde Katzen mit stabilem Immunsystem und wenig Stress erkranken aber seltener.

  • FeLV vorbeugen: Eine Leukose-Infektion schwächt das Immunsystem und erhöht das FIP-Risiko. Für Freigänger ist die FeLV-Impfung deshalb sinnvoll.
  • Hygiene: Coronaviren werden vor allem über Kot verbreitet. Halte genug Katzentoiletten bereit (Faustregel: eine mehr als Katzen im Haushalt) und reinige sie häufig.
  • Kleine Gruppen: Je mehr Katzen auf engem Raum leben, desto höher ist der Infektionsdruck. Neue Katzen kannst Du vor der Zusammenführung auf Coronavirus-Antikörper testen lassen.
  • Nach einem FIP-Fall: Gegenstände der verstorbenen Katze gründlich reinigen und desinfizieren oder entsorgen. Warte mit einer neuen Katze am besten einige Wochen, damit eventuell noch vorhandene Viren in der Umgebung abgestorben sind.
Anzeige

Expertise / Zusammenarbeit

Heike Pankatz - Unsere Expertin für Hunde, Katzen & Co.

Dr. med. vet. Heike Pankatz studierte Tiermedizin in Hannover und war über viele Jahre für mehrere große Tierschutzorganisationen tätig. Sie hat unter anderem Bücher über Hunde verfasst und arbeitet inzwischen hauptsächlich als Autorin von Fachartikeln zu Themen rund um unsere vierbeinigen Freunde.
Für MyPetClub verfasst sie regelmäßig neue Ratgeber und berät uns zu verschiedenen Themen rund ums Tier.


Hinterlassen Sie einen Kommentar

Bitte beachten Sie, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen

Diese Website ist durch hCaptcha geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von hCaptcha.