Zusammensetzung von Hundefutter

Nachdem Sie bereits vieles über einzelne Nährstoffe erfahren haben, wollen wir uns mit der Zusammensetzung von Hundefutter beschäftigen. Insbesondere, wenn Sie die Rationen Ihres Vierbeiners selbst zusammenstellen, können Sie Einfluss darauf nehmen. Wir schauen uns daher an, welche Zutaten in welchen Mengen vorkommen können.

Bestandteile von Hundefutter

Ausgewogenes Hundefutter.
Ausgewogenes Hundefutter enthält pflanzliche und tierische Bestandteile.

Ausgewogene Ernährung bedeutet für Hund ebenso wie für Mensch: Ausreichende Versorgung mit notwendigen Nährstoffen, keine Überversorgung mit Proteinen, Kohlenhydraten oder Fetten sowie Abwechslungsreichtum in den Zutaten. Um diese Kriterien für ausgewogene Hundenahrung zu erfüllen, müssen Hundehalter ein Grundverständnis vom Nährstoffbedarf ihres Vierbeiners haben. Auf dieser Grundlage kann man eine Entscheidung treffen, welches Hundefutter die Anforderungen erfüllt.

Es gilt immer zu beachten, dass die optimale Ernährung von Hund zu Hund verschieden ist. Ihr Vierbeiner ist ein Individuum. Das macht sich auch beim Fressen bemerkbar. Je nachdem, welche Vorlieben, aber auch welche Unverträglichkeiten oder Krankheiten Ihr Tier hat, kann sich das beste Futter anders gestalten. Daher geben wir hier auch keine Rezepte für die optimale Zusammensetzungen an. Die folgenden Ausführungen sind als Überblick zu verstehen. Je nach Alter, Rasse, Gesundheitszustand und anderen Faktoren kann die Zusammensetzung des Futters variieren.

Richtwerte für die Zusammensetzung von Hundefutter:

  • Fleisch, Innereien, Milchprodukte: 33 – 50 %
  • Obst, Gemüse, Salat, Sprossen: 33 – 50 %
  • Kartoffeln, Getreide: bis 33 %

Fleisch und Innereien

In Fleisch und Innereien befinden sich viele Eiweiße, die der Hund für einen gesunden Stoffwechsel braucht. In Fleisch und Innereien sind zudem viele wichtige Nährstoffe wie Eisen und Vitamin B12 enthalten.

Auch wenn Hunde im Allgemeinen als Fleischfresser gelten, sollte nicht nur Fleisch auf ihrem Speiseplan stehen. Im Gegenteil, pflanzliche Bestandteile sind ebenso ein wichtiger Bestandteil von Hundefutter. Es bietet sich sogar an, die fleischlichen Bestandteile der Hundenahrung von Zeit zu Zeit durch Milch- oder Sojaprodukte zu ersetzen.

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Milchprodukte

Reine Milch gehört nicht zur natürlichen Nahrung von Hunden. Insbesondere mit der Laktose, die in unverarbeiteter Milch enthalten ist, kann der Verdauungsapparat Probleme bekommen. Weniger Schwierigkeiten bereiten Milchprodukte wie Quark, Joghurt, Kefir und Buttermilch. Diese sind mit Bakterienkulturen angereichert, die sich positiv auf die Darmflora auswirken. Zudem ist der Laktosegehalt im Vergleich zur reinen Milch recht niedrig. Milchprodukte enthalten viele Proteine, essenzielle Fettsäuren und Magnesium.

Käse sollte allerdings nicht zu oft auf dem Speiseplan Ihres Vierbeiners stehen. Der hohe Salzgehalt kann sich nachteilig auf den Kalziumgehalt im Körper auswirken. Einzige Ausnahme ist Hüttenkäse, der salzarm und proteinreich ist.

Sojaprodukte

Die Sojabohne enthält viele wertvolle Proteine. Sie wird daher gern als Ersatzprodukt für Fleisch eingesetzt – etwa in der vegetarischen Ernährung. Auch für Hunde bietet Soja eine Vielzahl an Vitaminen und Mineralstoffen. Sojaprodukte können daher auch bei Hunden eingesetzt werden, um Proteine und Nährstoffe zuzuführen. Es bietet sich an, die fleischlichen Bestandteile des Hundefutters ab und zu durch Soja zu ersetzen. Das hilft zum einen, die Verdauung anzuregen. Zum anderen enthalten Sojaprodukte die Aminosäure Tryptophan. Diese ist eine Vorstufe des Neurotransmitters Serotonin und hilft dem Hund u.a. bei der Stressbewältigung. Ist Ihr vierbeiniger Liebling sehr stressanfällig, können Sie sein Futter sogar mehrmals die Woche mit Soja versetzen. Neigt er hingegen zu Allergien, sollten Sie auf die Fütterung von Soja lieber verzichten. Ebenso wie viele andere Proteinquellen ist Soja ein verbreitetes Allergen.

Obst, Gemüse, Salat, Sprossen

Vitamine Salat Hundefutter.
Salat und andere pflanzliche Bestandteile liefern wichtige Vitamine.

Etwa ein Drittel bis die Hälfte der Mahlzeit sollte aus Obst, Gemüse, Salat oder Sprossen bestehen. Diese Bestandteile enthalten wichtige Vitamine und Nährstoffe für den Hund. es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Hunde reine Fleischfresser sind. Tatsächlich braucht der Hund viele pflanzliche Bestandteile um seinen Nährstoffbedarf zu decken. Obst, Gemüse und Salat wirken als Gegengewicht zum Fleischanteil der Hundenahrung. Insbesondere das Calcium-Phosphor-Verhältnis im Körper wird durch Gemüse und Obst korrigiert.

Obst, Gemüse, Salat und Sprossen sollten immer in kleinen Häppchen serviert werden. Durch die verhältnismäßig geringe Länge des Dünndarms kann der Hund die Nährstoffe nicht optimal aufnehmen. Je kleiner Obst und Gemüse serviert werden, umso besser können die enthaltenen Vitamine und Nährstoffe im Darm aufgespalten werden.

Nicht alle Obst- und Gemüsesorten sind geeignet zur Fütterung für den Hund. Insbesondere Sorten die Kohl und Bohnen sollten wegen ihrer blähenden Wirkung nicht an den Hund verfüttert werden. Auch Steinobst und sehr reife Früchte sind keine idealen Bestandteile im Hundefutter.

Getreide

Getreide ist immer wieder ein Bestandteil von Diskussionen. Verfechter der naturnahen Ernährung führen an, das Getreide nicht zur ursprünglichen Ernährung von Wölfen gehört. Daraus leiten sie den Grundsatz ab, dass Hunde nicht mit Getreide gefüttert werden sollten. Diesen Grundsatz ist nur bedingt zuzustimmen. Richtig ist, dass Hunde kein Gluten verarbeiten können, das sogenannte Klebereiweiß in Getreide. Gluten ist vor allem in Weißmehl und industriellen Weizenprodukten enthalten. Normalerweise steht Gluten jedoch kein Problem für den Magen-Darm-Trakt des Hundes da. Es wird üblicherweise unverdaut wieder ausgeschieden. Ebenso wie beim Menschen kann es jedoch vorkommen, dass Ihr Vierbeiner empfindlich auf Gluten reagiert. In diesem Fall sollten Sie getreidefreies Hundefutter verwenden.

Einige Getreidesorten, insbesondere die sogenannten “alten” Getreide, haben eine andere Struktur als Weizen. Sie sind daher besser zu verdauen. Zu den alten Getreidesorten gehören Amaranth, Hirse und Quinoa, aber auch Reis.

Getreide birgt auch deshalb für die Verdauung Schwierigkeiten, weil es einen hohen Anteil an Stärke enthält. Stärke sind Einfachzucker, die sich schlecht aufspalten lassen. Durch diese Zusammensetzung kann es dazu kommen, dass die Darmzotten “verklebt” werden.

In Getreide ist zudem Phytinsäure enthalten, die verschiedene Nährstoffe bindet. Eine große Menge an Getreide im Futter kann daher Vitamine und Mineralstoffe binden, sodass der Hundekörper sie nicht verwerten kann. Phytinsäure bindet u.a. Eisen, Zink, Calcium und Magnesium.

Statt ganzen Getreidekörnern empfiehlt es sich, gekeimte Sprossen zu füttern. Diese Sprossen sind reich an Mengen – und Spurenelementen. Sie liefern beispielsweise Calcium, Magnesium, Fluor, Kalium, Mangan, Natrium, und Zink. Gekeimte Getreidesprossen gibt es zu kaufen. Sie können jedoch auch selbst Sprossen ziehen, indem Sie die Getreidekörner von z.b. Amaranth mit Wasser keimen lassen. Dabei müssen Sie jedoch darauf achten, dass sich kein Schimmel bildet.

Kartoffel

Kartoffeln sind ein wahres Wunder-Gemüse. Sie enthalten wenig Fett, sind jedoch reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Kohlenhydraten. Des Weiteren enthalten sie Ballaststoffe, welche die Darmtätigkeit positiv beeinflussen. Weil sie besonders gut sättigen, lassen sich Kartoffeln im Hundefutter als Getreideersatz verwenden. Es ist jedoch darauf zu achten, dass beim BARFen  keine Kartoffel gefüttert wird. Die Erdknolle enthält geringe Mengen Solanin, der insbesondere für Hunde schwach giftig ist. Kartoffeln sollten ausschließlich gekocht gefüttert werden, weshalb sie sich für Barf nicht eignen. Der Anteil an Kartoffeln im Hundefutter kann bis zu einem Drittel betragen.

Kräuter und Öle

Während ein Großteil des Volumens von Hundefutter durch die einzelnen tierischen und pflanzlichen Bestandteile abgedeckt wird, bieten Kräuter und Öle wichtige Ergänzungen. Sowohl Kräuter als auch Öl enthalten viele wichtige Nährstoffe, die zur ausgewogenen Ernährung Ihres vierbeinigen Lieblings beitragen. Hochwertige Pflanzenöle enthalten essentielle Fettsäuren, die den Stoffwechsel unterstützen. Bereiten Sie die Mahlzeit Ihres Lieblings selbst zu, können Sie jeweils einen kleinen Spritzer Pflanzenöl zum Futter hinzugeben. Pflanzenöle sind besonders reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren die besonders leicht vom Körper zu verdauen sind.

2 Kommentare zu „Zusammensetzung von Hundefutter“

  1. Frage: können auch eingeweichte Haferflocken in die Nahrung gemischt werden? Ich finde darüber nichts in der Literatur und wäre für eine Antwort sehr dankbar. Mit freundlichen Grüßen Mona Hoppe

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