Zähneputzen beim Hund

Viele Hundebesitzer nehmen die Zahnpflege ihres Vierbeiners auf die leichte Schulter. Damit der Hund jedoch lang Freude am Fressen hat und ohne Zahnschmerzen durch die Welt geht, müssen Sie seine Zähne pflegen. Hier erfahren Sie alles rund um das Zähneputzen beim Hund.

Warum dem Hund die Zähne putzen?

Frau sitzt in ihrer Wohnung und streichelt ihre Hund
Viel Hundebesitzer neigen dazu, die Zahnpflege beim Hund zu vernachlässigen. Man hört oft Argumente wie “In der Natur putzt sich der Hund auch nicht die Zähne”. Dabei verkennen viele jedoch, dass der Hund nun einmal kein Wildtier ist. In Tausenden Jahren an der Seite des Menschen hat sich der Hund verändert. Das trifft insbesondere auf seine Ernährung zu: Kein Hund jagt sich heute sein Futter, so wie es die biologischen Vorfahren, die Wölfe, taten.

Durch die Jagd stillt der Wolf jedoch nicht nur seinen Hunger. Durch die Jagd, das Feistbeißen im Beutetier das Herausreißen von Fleischstücken entsteht auch Reibung an den Zähnen. Diese Reibung wirkt wie Zähneputzen: Die Zähne werden poliert, wodurch sich weniger Beläge bilden können. Das verhindert, dass sich Bakterien im Mundraum vermehren und beugt somit Zahnkrankheiten wie Zahnstein und Zahnfleischentzündungen vor.

Die natürliche Zahnpflege des Wolfes wird unseren Haushunden nicht mehr zuteil. Deshalb ist es notwendig, sich regelmäßig um die Zahngesundheit zu bemühen. Neben der Ernährung und Training des Kiefers umfasst die Zahnpflege für Hunde auch das Zähneputzen. 

Gefahren bei vernachlässigter Mundhygiene

Vernachlässigte Mundhygiene kann eine Vielzahl von Folgen haben. Am unmittelbarsten ist die Gefahr von Zahnstein. Dabei verhärten sich die Beläge auf den Zähnen und verfärben sich. Auf dem Zahnbelag können sich Bakterien vermehren. Wird der Zahnstein nicht bekämpft, können die Bakterien auch ins Zahnfleisch vordringen und dort Entzündungen hervorrufen. Es sind Folgeerkrankungen möglich.

Andere Beschwerden bei schlechter Zahnpflege sind Zahnfleischentzündungen, Mundgeruch und Zahnschmerzen

Kleinere Rassen neigen zu Zahnbeschwerden

Wichtig ist die Zahnpflege bei kleineren Hunderassen und besonders solchen, die eine kurze Schnauze haben. Bei diesen Rassen ist der Kiefer oft verhältnismäßig kurz, sodass die Zähne wenig Platz im Gebiss haben. Es kommt deshalb verhältnismäßig oft zu Fehlstellungen der Zähne. Die Beißerchen rücken dann enger zusammen. Das führt dazu, dass einige Bereiche der Zähne schwer erreichbar sind. An diesen Stellen bilden sich Beläge, die nur schwer zu entfernen sind. Deshalb ist das Zähneputzen bei kleinen Hunden besonders wichtig.

Zähneputzen beim Hund: So geht’s

Wie bei vielen Dingen funktioniert das Zähneputzen nicht vom einen auf den anderen Tag. Es gehört einiges an Training dazu, dass der Hund Sie an sein Maul lässt, um sich die Zähne schrubben zu lassen. 

Im Idealfall beginnen Sie bereits im Welpenalter mit dem Training. Ältere Hunde können das Zähneputzen natürlich ebenfalls erlernen. 

Verlieren Sie nicht die Geduld und bleiben Sie stets positiv. Auf diese Weise wird das Training von Erfolg gekrönt sein. 

Im Folgenden haben wir Ihnen die wichtigsten Schritte zum Zähne Putzen aufgeführt:

  1. Kommando wählen
  2. Eingewöhnung
  3. An Zahnpasta gewöhnen
  4. An Zahnbürste gewöhnen
  5. Routine werden lassen

Kommando für das Zähneputzen wählen

Damit Sie Ihren Hund gezielt trainieren können, ist es hilfreich, ein Kommando zu haben. Es sollte recht kurz sein, damit der Hund es erfassen kann, zum Beispiel: “Zähne!” Wenden Sie das Kommando jedes Mal an, wenn Sie dem Hund ins Maul fassen. Somit gewöhnt sich der Hund an die Situation und weiß bereits, was ihn erwartet. 

Eingewöhnung

Mann putzt einem Hund die Zähne


In der ersten Phase gewöhnen Sie Ihren Vierbeiner zunächst daran, dass Sie sein Maul inspizieren. Anfangs berühren Sie leicht die Schnauze und heben die Lefzen leicht an. Durch das gewählte Kommando kann sich der Hund auf die Prozedur einstellen. Sind die ersten Gehversuche geglückt, sparen Sie nicht am Lob und halten Sie ein Leckerli für den tapferen Hund bereit. 

Nach einigen Wochen können Sie einen Schritt weiter gehen: Öffnen Sie die Lefzen und berühren die Zähne leicht. Achten Sie darauf, dass dieser Vorgang immer mit dem Kommando verknüpft ist. Somit verhindern Sie, dass der Hund von der Zahnkontrolle überrascht wird. 

Später können Sie die Lefzen ganz anheben und auch die hinteren Backenzähne begutachten. 

In welcher Position die Zahnkontrolle am besten durchführen, ist eine Frage der persönlichen Vorliebe. Am Einfachsten ist womöglich eine seitlich liegende Position, da der Hund dann seinen Kopf nicht ruckartig wegbewegen kann. Manchmal nimmt der Hund von sich aus eine Position ein, die ihm für das Bevorstehende am meisten behagt. Falls das nicht der Fall ist, können Sie verschiedene Positionen ausprobieren, bis Sie diejenige finden, Ihnen am geeignetsten erscheint.

Achten Sie auf behutsame Bewegungen und steigern Sie die Zahnkontrolle langsam. Für die Eingewöhnung sollten Sie mehrere Wochen einplanen. Seien Sie geduldig und loben Ihren Hund oft.

An die Zahnpasta gewöhnen

Hand hält Zahnbürste mit Zahnpasta vor einer Hundeschnauze

Wenn Ihr Hund sich ohne Probleme ins Maul schauen lässt, können Sie beginnen, ihn an die Hundezahnpasta zu gewöhnen. Zeigen Sie das Produkt Ihrer Wahl anfangs und ermöglichen Sie Ihrem Vierbeiner, es ausführlich zu beschnuppern. Wenn er will, können Sie ihm eine kleine Portion anbieten. 

Es ist möglich, dass die von Ihnen gewählte Zahnpasta von Ihrem Hund abgelehnt wird. In diesem Fall müssen Sie sich auf die Suche nach einem Produkt begeben, das Ihrem Hund zusagt. Viele Zahnpasten für Hunde sind aromatisiert. Suchen Sie nach einem Produkt, dass nach der Leibspeise Ihres Hundes schmeckt.

Nachdem Sie die richtige Zahnpasta gefunden haben und Ihren Hund einige Tage lang daran gewöhnt haben, können Sie anfangen, die Zähne zu putzen. Dazu geben Sie etwas von der Zahncreme auf Ihren Finger. Die Hände sollten Sie selbstverständlich vorher gewaschen haben. Geben Sie das Kommando für die Zahnpflege und reiben Sie die Zahnpasta auf die Zähne. Idealerweise imitieren Sie die Bewegungen der Zahnbürste und streichen vom Zahnfleisch zu den Zähnen.

Dieser Schritt sollte einige Tage bis Wochen wiederholt werden. Verteilen Sie zudem immer ausreichend Lob und Leckerlis.

An die Zahnbürste gewöhnen

Wenn das Zähneputzen mit dem Finger bereits gut klappt, können Sie die Zahnbürste ins Spiel bringen. Auch hier gibt es verschiedene Produkte, die nicht immer bei jedem Tier gleich gut ankommen. Eventuell müssen Sie verschiedene Modelle ausprobieren, bis Sie eine Hundezahnbürste finden, die Ihrem Liebling angenehm ist.

Beginnen Sie auch beim Einsatz der Zahnbürste zunächst langsam. Putzen Sie die ersten Male nur die vorderen Zähne. Wenn das gut funktioniert, arbeiten Sie sich langsam nach hinten vor. Seien Sie behutsam und brechen ab, wenn der Hund beginnt, unruhig zu werden. Sparen Sie nicht an Lob und Leckerlis nach der erfolgreichen Zahnbehandlung.

Routine werden lassen

Wenn sich Ihr Hund auch das Zähneputzen mit Zahnbürste gewöhnt hat, können Sie es zum Alltag werden lassen. Je nachdem, welche Veranlagung Ihr Hund hat, variieren Sie die Häufigkeit des Zähneputzens. Bei manchen Hunden reicht es, einmal die Woche zur Zahnbürste zu greifen, bei anderen ist das fast täglich nötig.

Alternativen zum Zähneputzen

Manche Hunde lassen auch nach dem geduldigsten Training nicht zu, dass ihre Halter ihnen die Zähne putzen. Das müssen Sie akzeptieren. Damit Ihr Vierbeiner dennoch keine Zahnkrankheiten bekommt, haben Sie einige Alternativen zum Zähneputzen:

  • Kauspielzeuge: Es gibt verschiedene Spielzeuge, die mit hervorstehenden Silikonstücken versehen sind. Diese wirken ähnlich wie die Borsten der Zahnbürste. 
  • Zahngel: Ähnlich wie Zahnpasta, jedoch enthalten diese Gele Partikel, die die Zähne polieren.
  • Nahrungsergänzungsmittel: Verschiedene Präparate, die Enzyme für die Zahngesundheit enthalten, können dem Futter der Vierbeiner zugefügt werden.
  • Tierarztbesuch: Auch der Tierarzt kann die Zahnpflege beim Hund übernehmen. 

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