Lebererkrankungen bei Hunden

Lebererkrankungen bei Hunden

Die Leber spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechsel. Wenn sie erkrankt ist, kann sich das dramatisch auf die Lebensqualität auswirken. Weil das Organ an sich keine Schmerz meldet, ist es schwer, eine Lebererkrankung beim Hund zu erkennen. Welche Anzeichen auf eine Krankheit an der Leber hinweisen und wie Sie Ihren Hund unterstützen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Aufgaben der Leber im Körper

Die Leber gehört zu den Darmanhangsorganen. Ihre Funktion im Körper geht jedoch über eine Beteiligung an der Verdauung weit hinaus. Die Leber ist die größte Drüse im Körper des Hundes gilt als das wichtigste Stoffwechselorgan. An nahezu jedem Stoffwechselvorgang ist die Leber beteiligt.

Bei Hunden liegt die Leber etwas rechtsseitig im Körper. Sie liegt am Zwerchfell an und wird gut durchblutet. Die Leber nimmt verschiedene Aufgaben im Körper wahr.

Dazu zählen unter anderem:

  • Produktion von Gallensaft: Gallensaft ist für die Aufspaltung verschiedener Aminosäuren wichtig. Der Saft wird durch die Gallenblase eingedickt und an den Darm abgegeben.
  • Speicherung verschiedener Nährstoffe: Die Leber ist ein wichtiger Speicher für Vitamine, Fett und Glucose. Von hier aus werden die Nährstoffe an andere Organe transportiert. Der Transport erfolgt über die Blutbahnen.
  • Regulierung des Blutzuckerspiegels: Die Leber speichert Zucker in Form von Glykogen. Sinkt der Blutzuckerspiegel, wandelt sie das Glykogen wieder in Glukose um und gibt es ans Blut ab. 
  • Synthese von Nährstoffen: In der Leber werden viele Nährstoffe aus dem Darm synthetisiert. Darunter versteht man einen Umwandlungsprozess, der die Nährstoffe für den Körper nutzbar macht.
  • Entgiftung des Körpers: Die Leber setzt verschiedene Entgiftungsvorgänge in Gang. Sie ersetzt alte rote Blutkörperchen, baut Ammoniak ab und reinigt das Blut von Medikamenten.   
  • Regulierung des Vitaminhaushalts: Die Leber sorgt dafür, dass Vitamine und Mineralstoffe im Körper gespeichert sind.

Welche Lebererkrankungen gibt es?

Weil die Leber eine Vielzahl an wichtigen Funktionen im Körper übernimmt, ist eine Fehlfunktion ein Risiko für den Organismus. Durch ihre Funktion als Entgiftungsorgan kann es zu einer Überlastung kommen, wenn zu viele Giftstoffe in den Körper gelangen. Die Überlastung der Leber wird durch verschiedene Fremdkörper hervorgerufen. Ursachen können unter anderem Fremdkörper aus Wurmkuren, Spot-Ons und vor allem Futterzusätzen sein.

Die Leber ist sehr robust und kann sich selbst regenerieren. Daher ist es oftmals schwierig, eine Erkrankung genau festzustellen. Problematisch ist hierbei, dass die Regenerationsfähigkeit stark sinkt, wenn mehr als 50% des Gewebes geschädigt sind.

Eine Erkrankung der Leber wird vom Tierarzt festgestellt. Dieser kann anhand der Leberwerte ablesen, ob eine Krankheit vorliegt.

Bei Haushunden treten folgende Leberkrankheiten häufig auf:

  • Entzündung der Leber: Auch als Hepatitis bezeichnet. Hierfür kommen eine Reihe von Ursachen in Frage, von viralen bis hin zu angeborenen Auslösern.
  • Fettleber: Übermäßige Einlagerung von Fetten, die durch eine Funktionsstörung hervorgerufen wird.
  • Leberabszess: Es bilden sich Ansammlungen von Eiter in der Leber. Der Körper reagiert mit Fieber, Erbrechen, Gelbsucht und Anämie.
  • Leberinsuffizienz: Darunter versteht man die mangelnde Leistungsfähigkeit der Leber, ausgelöst durch eine Schädigung des Gewebes.
  • Lebermetastase: Durch die Entgiftungsfunktion bleiben in der Leber Tumorzellen aus anderen Organen hängen. Diese wachsen in der Leber weiter und führen zu Leberversagen.
  • Leberzellkarzinom: Im Gegensatz zur Lebermetastase befindet sich die Ursache der Zellwucherung hier direkt in der Leber. Oftmals ist das Karzinom eine Folge von chronischen Leberschäden.
  • Leberzirrhose: Das Endstadium chronischer Leberkrankheiten. Dabei bilden sich Knötchen in der Leber, wodurch die Durchblutung gestört ist. Eine Zirrhose gilt als irreversibel.
  • Infektionen: Die Leber wird durch verschiedene Parasiten in ihrer Funktionalität eingeschränkt. Besonders häufig treten bei Hunden Infektionen mit Leptospiren auf. Eine weitere Infektionskrankheit ist die Hepatitis contagiosa canis (abgekürzt H.c.c., übersetzt in etwa “Ansteckende Leberentzündung bei Hunden”).
  • Stauungsleber: Ähnliches Phänomen wie die Zirrhose. Hierbei ist die Einschränkung der Leberfunktion durch eine Herzinsuffizienz begründet. Es bildet sich ein Blutstau, der die Leber in ihrer Arbeit behindert.

Symptome von Lebererkrankungen

Weil eine Vielzahl an Leberkrankheiten existieren, sind die Anzeichen sehr unterschiedlich. Hinzu kommt, dass die Symptome nicht spezifisch sind. Das bedeutet, dass das Auftreten eines Symptoms nicht eindeutig auf die Leber schließen lässt. Deshalb ist es wichtig, Ihren Vierbeiner sehr genau zu beobachten. Haben Sie den Verdacht, dass er an einer Leberkrankheit leidet, suchen Sie einen Tierarzt auf! Dieser kann über Laboruntersuchungen feststellen, ob Ihr Tier an Leberschäden leidet.

Zu den häufigsten unspezifischen Symptomen bei Leberleiden zählen Antriebslosigkeit und Appetitverlust. In diesem Zusammenhang steht ein häufiges Gähnen. Diese Symptome können ihren Ursprung in der unzureichenden Versorgung der Organe mit Nährstoffen haben.

Weitere Symptome, die auf eine Leberkrankheit hindeuten können, sind:

  • erhöhter Durst
  • Juckreiz auf der Haut, Ausschläge
  • Fettstuhl
  • Steifheit der Gelenke
  • Geschwollener Bauch
  • Blähungen
  • Verstopfung oder Durchfall
  • Entzündung am Ohr
  • Maulgeruch
  • Erkrankungen am Auge

Wenn Ihr Vierbeiner diese Symptome zeigt, verfallen Sie nicht gleich in Panik! Suchen Sie einen Tierarzt auf und lassen Sie den Hund gründlich untersuchen. Nicht jedes Auftreten der oben genannten Symptome geht mit einer Lebererkrankung einher.

Ursachen von Lebererkrankungen

Ähnlich wie die Symptome können die Ursachen für eine Lebererkrankung divers sein.

Grob lassen sich die Ursache in drei Kategorien einteilen:

  • Überlastung der Leber
  • Fütterungsfehler
  • sonstige Ursachen

Eine Überlastung der Leber tritt dann auf, wenn das Organ besonders hohe Konzentrationen an Schadstoffen im Körper bekämpfen muss. Diese Schadstoffe können unterschiedlichen Ursprungs sein. Besonders belastend sind chemische Stoffe wie Antibiotika. Andere Schadstoffe sind in Wurmkuren und Antiparasitika enthalten. Narkotika, die für eine Operation gegeben werden, können die Leber ebenfalls belasten. Das gilt darüber hinaus für Umweltgifte, denen der Hund im täglichen Leben ausgesetzt ist.

Unter Fütterungsfehler lassen sich verschiedene Komponenten zusammenfassen. Das Futter kann bspw. durch Schadstoffe, wie Insektizide o.ä. belastet sein. Verdorbenes Futter belastet die Entgiftungsfunktion der Leber. Eine Versorgung mit minderwertigen Proteinen und Fetten kann die Leber ebenso angreifen wie eine Überversorgung an Eiweiß.

Unter sonstigen Ursachen lassen sich Infektionen (wie Hepatitis canis), Stoffwechselerkrankungen, Stress und eine genetische Veranlagung zusammenfassen. Aber auch Übergewicht kann sich, hält sie über einen langen Zeitraum an, an Leberschäden bemerkbar machen.

Leberfreundliche Ernährung von Hunden

Eine abwechslungsreiche und naturnahe Ernährung schützt vor Lebererkrankungen. Um Ihren Vierbeiner vor einer Lebererkrankung zu schützen, haben Sie viele Möglichkeiten. Die effektivste (und möglicherweise einfachste) liegt in einer abwechslungsreichen und naturnahen Ernährung. Qualitativ hochwertige Zutaten, die schonend verarbeitet wurden, bieten viele Nährstoffe und sind zudem unbelastet von Schadstoffen, die die Leber belasten. Als Hundebesitzer können Sie mit der Ernährung Ihres Hundes viele Weichen für ein langes, beschwerdefreies Hundeleben stellen.

Achten Sie darauf, dass Ihr Hund eine leicht verdauliche, möglichst fettarme Eiweißquelle bekommt. Hochwertige Pflanzenöle stellen die Versorgung mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren sicher. Um die Verdauung zu erleichtern, empfiehlt sich die Gabe mehrerer kleiner Mahlzeiten, über den Tag verteilt. Achten Sie darauf, dass sich keine Überversorgung an Nährstoffen einstellt.

Zur Nahrungsergänzung eignen sich unter anderem folgende Produkte:

  • Artischockensaft
  • Algen
  • Apfelessig
  • Effektive Mikroorganismen
  • Gerstengras
  • Goji-Beeren
  • Heilerde
  • Kolostrum
  • Kräuter (etwa Löwenzahn, Mariendistel, Schafgarbe)
  • Yukka-Extrakt

Um die Leber zu entlasten, empfiehlt es sich zudem, einen Fastentag pro Woche einzulegen. Auf diese Weise kann sich der Körper regenerieren. Darüber hinaus sollten Hunde ca. zweimal jährlich einer Entgiftungskur unterzogen werden. Die Entgiftung lässt sich gut in der Zeit des Fellwechsels (im Frühjahr und Herbst) durchführen. Sie unterstützten somit die Leber- und Nierenfunktion und regen den Zellstoffwechsel Ihres Vierbeiners an.


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