Katzenschnupfen - welche Behandlung ist möglich und welche Kosten können entstehen

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    Es klingt zwar harmlos, kann aber für Stubentiger eine ernsthafte Gesundheitsbedrohung sein: Katzenschnupfen oder auch „Rhinotracheitis infectiosa felis“ zählt zu den häufigsten Infektionen bei Katzen. Was Du über die Krankheit wissen musst, ob eine Impfung die Katze schützen kann und welche Kosten dafür entstehen, sagen wir Dir hier.

    Tabelle: Mögliche Kosten für eine FIP Impfung

    Art der Impfung

    Kosten (je nach Präparat und Praxis ca.)

    Impfung gegen Katzenschnupfen

    30 - 40 Euro

    Kombi-Impfung Katzenschnupfen / Katzenseuche

    50 - 70 Euro

    (Diese Kosten können je nach verwendetem Präparat, Aufwand und Tierarzt variieren, daher sind nur ungefähre Angaben möglich)

    Katzenschnupfen - Übertragungswege und Verlauf der Krankheit

    Die Bezeichnung „Katzenschnupfen“ klingt zunächst gar nicht so schlimm – kennen wir Menschen doch einen Schnupfen als zwar lästige, aber doch ungefährliche Unpässlichkeit, die bald wieder vergessen ist. Bei Katzen dagegen gehört ein Schnupfen zu den häufigsten Infektionskrankheiten und kann vor allem für junge, umgeimpfte oder vorerkrankte Tiere zu ernsten Gesundheitsschäden, schlimmstenfalls sogar zum Tod führen.

    Tatsächlich gibt es nicht nur einen auslösenden Erreger für Katzenschnupfen, sondern es sind gleich mehrere Keime daran beteiligt. Medizinisch wird daher oft vom „Katzenschnupfen-Komplex“ gesprochen. Die wichtigsten Auslöser sind:

    • Felines Herpesvirus (FHV)
    • Felines Calicivirus (FCV)
    • Chlamydophila felis (Chlamydien)
    • Bordetella bronchiseptica
    • Mykoplasmen

    Obwohl jede einzelne Keimart alleine kaum zu klinischen Symptomen führt, kommt es bei Mischinfektionen mit zwei oder mehr Erregern häufig zu Erkrankungen der oberen Atemwege bei der Katze. Fast immer treten dann weitere Bakterien auf den Plan, die sich auf den vorgeschädigten Schleimhäuten als Sekundärinfektionen festsetzen und die Symptomatik noch verschlimmern.

    Die Ansteckung erfolgt über infektiöses Nasen- und Rachensekret, welches entweder direkt von Katze zu Katze übertragen oder durch kontaminierte Näpfe, Toiletten, Pflegeutensilien oder sogar menschliche Kleidung und Schuhe verbreitet wird. Daher sind selbst reine Wohnungskatzen nicht vor einer Ansteckung sicher. Die Erreger sind in der Umwelt zum Teil sehr lange lebensfähig, so dass es vor allem bei der Haltung mehrerer Katzen, in Tierheimen, Pensionen oder auf Ausstellungen immer wieder zu Neuansteckungen kommen kann.

    Vor allem Katzen, deren Immunsystem schwach ist, können einen besonders schweren Krankheitsverlauf erleiden. Dazu zählen zum einen sehr junge Kätzchen, deren Körperabwehr noch nicht voll ausgebildet ist. Zum anderen sind auch erwachsene Katzen ohne Impfschutz gefährdet und solche, die bereits mit dem Katzenleukämie-Virus (FeLV) infiziert sind oder unter FIV leiden, da diese Krankheiten das Immunsystem schwächen.

    Die Symptome einer Katzenschnupfen-Infektion sind abhängig von den am Infekt beteiligten Erregern. Typische Anzeichen treten meist bereits wenige Tage nach der Ansteckung auf und sind etwa:

    • häufiges Niesen oder Husten
    • Fieber
    • Apathie
    • Schwäche
    • Fressunlust
    • Augen- und Nasenausfluss, zum Teil eitrig
    • Bindehautentzündung
    • Hornhautveränderungen
    • verklebte Augenlider durch Sekretfluss
    • Atemgeräusche
    • geschwürige Veränderungen der Maul- und/oder Nasenschleimhaut (bis hin zu Knochenschwund)
    • Schluckbeschwerden
    • Lungenentzündung
    • Gelenkentzündungen (v.a. durch Caliciviren, die über das Blut im Körper verteilt werden)
    • Trächtigkeitsprobleme (v.a. durch Herpesviren, z.B. Aborte)

    Vor allem bei Katzenwelpen kann eine schwere Katzenschnupfen-Infektion tödlich verlaufen. Bei älteren Tieren wird eine Rhinotracheitis zuweilen chronisch, wenn nicht rechtzeitig eine Therapie begonnen wird. Dann können immer wieder Augenprobleme mit Bindehautentzündung bis hin zur Erblindung, Atembeschwerden oder auch entzündliche Veränderungen der oberen Atemwege auftreten. Ein chronischer Katzenschnupfen ist nur noch schwer erfolgreich zu behandeln.

    Diagnose und Therapie

    Wenn die Katze ein gestörtes Allgemeinbefinden zeigt, nicht mehr fressen will oder auffallend oft niest oder hustet, sollte der Tierarztbesuch nicht aufgeschoben werden. Nicht immer sind die ersten Anzeichen einer Katzenschnupfen-Infektion ganz eindeutig, aber je schneller das Tier behandelt wird, desto besser sind die Heilungsaussichten. Ist es bereits zu Schäden an Augen oder Nasenknochen gekommen, lassen sich diese nicht mehr beheben.

    Während der Katzenschnupfen-Komplex anhand des Vorberichtes und der auftretenden Symptome meist gut diagnostiziert werden kann, müssen für den spezifischen Erregernachweis spezielle Proben genommen werden. Tupferabstriche des Augen- und Nasensekretes, aber auch aus der Maulhöhle und dem Rachen können direkt in der Praxis oder auch in einem externen Labor auf die enthaltenen bakteriellen Keime untersucht werden. Der Einzelnachweis ist wichtig für die Auswahl des richtigen Antibiotikums.

    Ein Virus- bzw. Antikörpernachweis erfolgt über Blutuntersuchungen. Gegen virale Krankheitserreger gibt es keine direkte Medikation, es muss also symptomatisch behandelt werden. Die Injektion bestimmter Immunglobuline kann das Immunsystem der Katze bei der Abwehr der Krankheitserreger unterstützen. Zusätzlich werden auch bei einer primären Virusinfektion häufig Antibiotika eingesetzt, um bakterielle Sekundärkeime abzuwehren.

    Für den Erfolg einer antibiotischen Therapie ist es entscheidend, dass die verordneten Medikamente (z.B. Tabletten, Augentropfen) genau nach Anweisung und so lange wie vorgeschrieben verabreicht werden. Ein vorzeitiger Abbruch, weil es der Katze vermeintlich schon besser geht, kann zu einem Wiederaufflammen des Katzenschnupfens und zu Resistenzen bei den beteiligten Bakterien führen.

    Die kranke Samtpfote benötigt vor allem viel Ruhe und sollte von anderen Katzen getrennt untergebracht werden. Dies verhindert zum einen die Ansteckung der anderen Stubentiger, vermeidet aber gleichzeitig eine zusätzliche Gesundheitsbelastung der erkrankten Katze durch Sekundärkeime. Sind Augen oder Nase durch Sekrete stark verkrustet, müssen diese Auflagen mehrmals täglich ganz vorsichtig entfernt werden. Das geht zum Beispiel mit einem weichen Tuch, das in lauwarmes Wasser getaucht wird, oder mit speziellen Pflegeprodukten vom Tierarzt.

    Wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, um einer Austrocknung der Katze vorzubeugen – will sie nicht selber trinken, muss notfalls Wasser mit einer Pipette oder einer Spritze ohne Kanüle vorsichtig ins Katzenmaul geträufelt werden. Da viele Katzenschnupfen-Patienten aufgrund von Entzündungen der Maulschleimhaut schlecht fressen, kann vorübergehend eine spezielle energiereiche Ernährungspaste helfen, die es ebenfalls beim Tierarzt gibt.

    Ist eine Impfung gegen Katzenschnupfen möglich?

    Der beste Schutz Deiner Katze vor einer Infektion ist die regelmäßige Impfung. Die „Ständige Impfkommission Veterinärmedizin“ zählt die Katzenschnupfen-Impfung zusammen mit der Immunisierung gegen die gefährliche Katzenseuche (= Feline Panleukopenie) daher zu den sogenannten CORE-Impfungen, die für jede Katze unabhängig vom Haltungssystem empfohlen werden.

    Die erste Impfung wird bestenfalls bereits in der achten Lebenswoche durchgeführt, die Booster-Impfungen sollen in der 12. und 16. Lebenswoche folgen. Nach einer solchen erfolgreichen Grundimmunisierung werden je nach verwendetem Impfstoff Auffrischungen jährlich oder nur alle drei Jahre durchgeführt.

    Der Impfschutz gegen die viralen Erreger des Katzenschnupfen-Komplexes ist sehr hoch. Gegen Bakterien helfen diese Impfstoffe allerdings nicht, hier können weitere Medikamente eingesetzt werden, um zumindest schwere Verläufe weitgehend auszuschließen.

    Vor allem dort, wo mehrere Katzen zusammen gehalten werden oder eine größere Fluktuation herrscht (zum Beispielen in Katzenzuchten oder Tierheimen), ist ein regelmäßiger Impfschutz besonders wichtig. Geimpfte Zuchtkatzen geben den Impfschutz über die Muttermilch an die Katzenwelpen weiter, so dass auch diese gut geschützt sind, bis sie mit acht Wochen selber geimpft werden können. Und auch für Samtpfoten, die mit Krankheiten wie FeLV, FIV oder FIP infiziert sind, empfiehlt sich eine Impfung gegen Katzenschnupfen, um ihren Organismus nicht zusätzlich zu schwächen.

    Kosten für die Impfung gegen Katzenschnupfen

    Die Grundimmunisierung und auch die Folgeimpfungen gegen Katzenschnupfen werden von den meisten Tierärzten in einer Kombi-Spritze zusammen mit der Impfung gegen Katzenseuche durchgeführt. Die Kosten liegen je nach verwendetem Medikament und Praxis etwa zwischen 50 und 70 Euro. Zu einer Impfung gehört immer auch eine allgemeine Untersuchung der Katze, um Vorerkrankungen auszuschließen.

    Die Abrechnung erfolgt nach den Vorgaben der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT), die für jeden Tierarzt bindend ist.

    Welche Kosten werden von der Versicherung übernommen?

    Die Krankenversicherung Komfort von prevet zahlt Katzenhaltern einen jährlichen Gesundheitsvorsorge-Zuschuss in Höhe von 70€, der zum Beispiel für notwendige Impfungen oder auch Wurmkuren genutzt werden kann.

    Wie lassen sich die Kosten für eine Impfung gegen Katzenschnupfen vermeiden?

    Durch eine regelmäßige Impfung ist Deine Katze gegen die besonders gefährlichen Infektionskrankheiten Katzenschnupfen und Katzenseuche bestmöglich geschützt. Für Freigänger-Katzen wird zusätzlich noch die Immunisierung gegen Tollwut empfohlen. Um Deinem Tier unnötiges Leid durch schwere Erkrankungen zu ersparen, solltest Du nicht am falschen Ende sparen und die Kosten für Impfungen auf Dich nehmen. Mit einer guten Tierkrankenversicherung im Rücken musst Du diese Ausgaben nicht alleine schultern.

    Indem Du Deine Samtpfote gut pflegst, artgerecht hältst und mit hochwertigem Futter ernährst, kannst Du außerdem dazu beitragen, dass ihr Immunsystem stark genug ist, um Krankheitserreger erfolgreich abzuwehren. Warte beim Auftreten erster Krankheitssymptome nicht, sondern lasse das Tier schnell vom Tierarzt durchchecken und behandeln.

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    Weitere Informationen zum Artikel

    Experte / Zusammenarbeit

    Wilfried Tiegs - Unser Experte in Sachen Tiergesundheit

    Dieser Text entstand in Zusammenarbeit mit Dr. med. vet. Wilfried Tiegs, der viele Jahre als praktizierender Tierarzt für Klein- und Großtiere arbeitet. Der ausgebildete Tropentierarzt erwarb durch diverse Auslandsaufenthalte internationale Erfahrung und besitzt auch die Zulassung als Tierarzt für Neuseeland. Wilfried Tiegs auf LinkedIn

    Quellenangaben

    Alle Seiten Tierarztkosten

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