Zahn-OP beim Hund - worauf ist zu achten und welche Kosten können entstehen?

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    Hundezähne brauchen keine spezielle Pflege und reinigen sich ganz von selber – dieser Ansicht sind immer noch sehr viele Hundebesitzer. Dass dies ein fataler Irrtum ist, zeigen aktuelle Zahlen: Rund 80% aller Hunde über drei Jahren leiden demnach unter behandlungsbedürftigen Erkrankungen der Zähne oder des Zahnhalte-Apparates (das Gleiche gilt übrigens auch für Katzen). Wie Du bei Deinem Hund die Zähne pflegen kannst, wann eine Zahnbehandlung beim Tierarzt notwendig ist und welche Kosten dann auf Dich zukommen, sagen wir Dir hier.

    Kosten für unterschiedliche Zahn-OPs beim Hund (in Anlehnung an GOT 2020)

    Allergologischer Haut-Suchtest

    1-facher Satz

    2-facher Satz

    3-facher Satz

    Zahnextraktion einfach (je Zahn)

    6,41 Euro

    12,82 Euro

    19,23 Euro

    Zahnextraktion schwierig

    25,65 Euro

    51,30 Euro

    76,95 Euro

    Zahn überkronen einfach

    96,20 Euro

    192,40 Euro

    288,60 Euro

    Zahnfüllung einfach

    38,48 Euro

    76,96 Euro

    115,44 Euro

    Zahnwurzelbehandlung einfach (einwurzeliger Zahn)

    19,24 Euro

    38,48 Euro

    57,72 Euro

    Zahnwurzelbehandlung schwierig (mehrwurzeliger Zahn)

    76,97 Euro

    153,94 Euro

    230,91 Euro

    Zahnwurzelresektion

    102,63 Euro

    205,26 Euro

    307,89 Euro

    Zahnersatz einfach

    134,68 Euro

    269,36 Euro

    404,04 Euro

    (Diese Kosten sind Nettopreise und können je nach Aufwand und Tierarzt variieren, daher sind nur ungefähre Angaben möglich)

    Welche Zahnprobleme beim Hund können auftreten?

    Die Liste der möglichen Zahnerkrankungen bei Hunden ist vielfältig – einige können sogar erhebliche Auswirkungen auf den allgemeinen Gesundheitszustand Deines Vierbeiners haben. Daher solltest Du auf eine regelmäßige Zahnhygiene und -kontrolle achten:
    •Zahnstein (Plaque): Zahnbeläge entstehen durch Futterreste, Speichel und abgestoßene Zellen der Mundschleimhaut, die schließlich mineralisieren und sich vor allem an den Eck- und Backenzähnen des Oberkiefers festsetzen; Bakterien oder auch Pilze lagern sich in diese harte Schicht auf der Zahnoberfläche ein und können in der Folge zu Entzündungen führen.
    •Zahnfleischentzündung (Gingivitis): Durch die im Zahnstein arbeitenden Keime wird zunächst das Zahnfleisch am Zahnansatz angegriffen; mit der Zeit schreitet die Entzündung weiter fort, breitet sich über die Zahnfleischtaschen schließlich auf den Zahnhalte-Apparat aus und kann dann zu Schmerzen und Zahnausfall, schlimmstenfalls sogar durch eine Ausbreitung über das Blut zu schweren organischen Erkrankungen führen. Aber auch Fremdkörper wie Holzsplitter oder Grassamen können sich im Zahnfleisch festsetzen und zu Entzündungen führen.
    •Zahnbettentzündung (Parodontitis): Das entzündete Zahnfleisch bildet sich zurück, es kommt zur Zerstörung der Zahnwurzeln mit Zahnverlust bis hin zu Schäden am Kieferknochen.
    •Karies: Zwar kommen Schäden am Zahnschmelz bei Hunden eher selten vor, sind aber nicht unmöglich; Bakterien können durch die Löcher im Zahnschmelz bis zur Zahnwurzel vordringen und zu Entzündungen und Schmerzen führen.
    •Zahnfraktur: Vor allem Vierbeiner, die häufig mit Stöcken, Steinen und harten Bällen spielen oder Knochen kauen, können sich einen Zahn teilweise oder komplett abbrechen; in die freiliegende Zahnhöhle können Bakterien einwandern und Entzündungen bis hin zu Vereiterungen am Kieferknochen hervorrufen; auch besteht weitere Verletzungsgefahr durch scharfe Zahnkanten.
    •Persistierende Milchzähne: Vor allem bei kleinen Hunderassen kommt es häufig vor, dass Milchzähne nicht von selber ausfallen und gezogen werden müssen, damit die bleibenden Zähne nicht schief wachsen und Zahnfehlstellungen entstehen.
    •Hyper- / Hypotonie (zu viel bzw. zu wenig Zähne): Ein ausgewachsener Hund hat normalerweise 42 Zähne (20 oben, 22 unten), Welpen bis zum Zahnwechsel 28; durch über- oder unterzählige Zähne (vor allem bei kleinen Hunderassen mit kurzen Nasen) kommt es zu Fehlstellungen im Gebiss mit erhöhter Anfälligkeit für Zahnsteinbildung.
    •Zahnretention: Bricht ein nachwachsender Zahn nicht wie vorgesehen durch das Zahnfleisch, weil er zum Beispiel schief im Kiefer liegt, kann es zu Fisteln und Zysten kommen.
    •Zahndysplasie: Durch Schäden am Zahn noch während der Entwicklung im Kieferknochen können Missbildungen entstehen (häufig etwa bei einer Staupe-Infektion im Welpenalter)
    •Zahnfleischwucherung (Epulis): Manche Rassen wie Boxer, Doggen oder Dalmatiner leiden häufiger unter einer meist gutartigen Wucherung des Zahnfleisches, die beim Fressen stört und wiederum zu vermehrter Zahnsteinbildung und Entzündungen führen kann.
    •Zahnwurzelerkrankungen: Eine eitrige Entzündung an der Zahnwurzel verursacht Schmerzen und Fieber beim Hund und kann schließlich als Abszess auch die Nasen- oder Augenhöhle betreffen oder nach außen durch die Gesichtshaut aufbrechen.

    Woran erkenne ich, dass mein Hund Zahnprobleme hat?

    Das wichtigste und meist auch einzige Anzeichen dafür, dass etwas am Hundegebiss nicht in Ordnung sein könnte, ist ein unangenehmer Geruch aus dem Maul. Hunde leiden meistens still – hat der Vierbeiner Zahnschmerzen, jammert und jault er nicht, sondern wird eventuell etwas ruhiger, schläft mehr oder hält beim Fressen den Kopf etwas schief. Vielleicht verliert er die Lust am Ballspielen oder will keine Kaustange mehr annehmen – das sind immer weitere wichtige Hinweise darauf, dass etwas nicht stimmt.

    Erst bei fortgeschrittenen Prozessen wie Abszessen am Kiefer oder systematischen Organerkrankungen durch eine Ausbreitung der Entzündungskeime über das Blut zeigt ein Hund deutliche Krankheitssymptome wie Fieber, Abgeschlagenheit und Futterverweigerung. Spätestens dann ist es allerhöchste Zeit für einen Tierarzt-Besuch.

    Wie wird eine Zahn-OP beim Hund durchgeführt?

    Der Tierarzt wird Deinen Vierbeiner zunächst einer gründlichen Allgemeinuntersuchung unterziehen, um die Ursache für die Krankheitssymptome oder den unangenehmen Maulgeruch zu finden. Auch muss er die Narkosefähigkeit des Hundes abschätzen, denn eine genaue Untersuchung und Behandlung der Probleme im Hundemaul ist nur unter Vollnarkose möglich. Oft müssen Röntgenaufnahmen angefertigt werden, um die genaue Lokalisation des betroffenen Zahnes zu ermöglichen.

    Je nach Grunderkrankung wird er dann zum Beispiel eine gründliche Zahnsteinentfernung durchführen, defekte Zähne entweder mittels Füllung oder Überkronen reparieren oder ziehen, entzündetes Zahnfleisch behandeln oder eine Wurzelbehandlung machen. Ist bereits Knochen durch die Entzündung angegriffen, hat sich ein Abszess oder eine Fistel gebildet, erfordert das einen größeren operativen Eingriff. Auch eine systemische Behandlung des Hundes mit Antibiotika oder anderen Medikamenten kann nach dem Eingriff noch erforderlich sein.

    Welche Kosten können für eine Zahn-OP beim Hund entstehen?

    Der Tierarzt rechnet seine Leistungen nach den Vorgaben der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) ab. Je nach Aufwand kann der einfache, doppelte oder dreifache Gebührensatz genommen werden. Die Entfernung eines Zahnes mit schwieriger Wurzelresektion könnte also etwa zwischen 260 und 400 Euro plus Mehrwertsteuer kosten, hinzu kommen noch die Kosten für die Allgemeinuntersuchung, Narkose, Narkoseüberwachung und alle verwendeten Medikamente und Verbrauchsmaterialien. Schnell sind dann einige Hundert Euro fällig.

    Welche Kosten werden von der Versicherung übernommen?

    Die Hunde-Krankenversicherung Komfort von prevet übernimmt für Hunde bis zu ihrem 4. Geburtstag die ambulanten und stationären Tierarztkosten vollständig, für ältere Vierbeiner noch zu 80%. Den jährlichen Gesundheits-Vorsorgezuschuss in Höhe von 70 Euro kannst Du zum Beispiel auch für die regelmäßige prophylaktische Zahnreinigung bei Deinem Vierbeiner nutzen.

    Wie lassen sich Kosten für die Zahn-OP beim Hund vermeiden?

    Genau wie bei uns Menschen ist auch für unsere Vierbeiner eine gute Mundhygiene und regelmäßiges Zähneputzen die beste Vorsorge gegen Zahnprobleme. Im Fachhandel oder über den Tierarzt sind spezielle Zahnbürsten und auch Zahncreme für Hunde zu beziehen, mit denen möglichst täglich die Zähne gereinigt werden sollten. Damit sich Dein Hund diese Prozedur geduldig gefallen lässt, solltest Du ihn am besten bereits von klein auf daran gewöhnen, sich von Dir anfassen und untersuchen zu lassen. Je selbstverständlicher solche Behandlungen für den Hund sind, desto stressfreier sind sie für Tier und Mensch. Auch sogenannte Zahnpflege-Spielzeuge oder Kaustangen können zusätzlich helfen, die Hundezähne sauber zu halten.

    Der jährliche Gesundheits-Check beim Tierarzt sollte immer auch eine eingehende Untersuchung der Maulhöhle und der Zähne des Hundes einbeziehen. Sobald verdächtige Anzeichen wie ein unangenehmer oder gar fauliger Geruch aus dem Maul oder bereits erste Schmerzäußerungen auftreten, solltest Du den Vierbeiner umgehend beim Tierarzt vorstellen und keine Zeit verlieren. Denn je weiter fortgeschritten die Zahnprobleme sind, desto teurer wird in aller Regel auch die Behandlung.

     

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    Experte / Zusammenarbeit

    Wilfried Tiegs - Unser Experte in Sachen Tiergesundheit

    Dieser Text entstand in Zusammenarbeit mit Dr. med. vet. Wilfried Tiegs, der viele Jahre als praktizierender Tierarzt für Klein- und Großtiere arbeitet. Der ausgebildete Tropentierarzt erwarb durch diverse Auslandsaufenthalte internationale Erfahrung und besitzt auch die Zulassung als Tierarzt für Neuseeland. Wilfried Tiegs auf LinkedIn

    Quellenangaben

    Alle Seiten Tierarztkosten

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