Krallen schneiden beim Hund - so machst Du es richtig

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    Das Krallen schneiden beim Hund ist oft eine undankbare Aufgabe – viele Hunde mögen die Prozedur gar nicht und sind schon beim Anblick der Krallenschere unter dem nächsten Tisch verschwunden. Und auch als Hundebesitzer reißt man sich nicht gerade um den Job, denn schnell kann man sich damit das Vertrauen seines Lieblings gründlich verspielen. Worauf Du beim Krallen schneiden achten musst, wann das besser der Tierarzt machen sollte und welche Kosten dann auf Dich zukommen, sagen wir Dir hier.

    Kosten für Krallen schneiden durch den Tierarzt (in Anlehnung an GOT 2020)

    1-facher Satz

    2-facher Satz

    3-facher Satz

    Kürzen der Krallen an allen vier Extremitäten

    6,41 Euro

    12,82 Euro

    19,23 Euro

    Entfernung der Wolfskralle, pro Seite

    19,24 Euro

    38,48 Euro

    57,72 Euro

    (Diese Kosten sind Nettopreise und können je nach Aufwand, Größe des Hundes und Tierarzt variieren, daher sind nur ungefähre Angaben möglich)

    Warum müssen beim Hund die Krallen geschnitten werden?

    Die Krallen beim Hund entsprechen den Finger- und Fußnägeln beim Menschen, und genau wie diese wachsen sie ein Leben lang. Unter natürlichen Bedingungen, also bei wildlebende Hunden oder auch Wölfen, nutzen sich die Krallen durch die ständige Belastung beim Laufen auf unterschiedlich harten Untergründen ganz von alleine ab und bleiben kurz. Bei unseren Haushunden ist das aber oft anders: Zum einen müssen sie nicht für die Nahrungsbeschaffung täglich kilometerweit laufen, zum anderen haben viele Hunde auch gar nicht mehr die Möglichkeit, auf unterschiedlich harten Untergründen ihre Krallen abzuwetzen. Die tägliche Gassirunde im Park geht oft nur über Sandwege und Rasenflächen, und in der Wohnung liegen überall weiche Teppiche – schlechte Voraussetzungen für einen natürlichen Krallenabrieb.

    Da bleibt dem Hundebesitzer nichts anderes übrig, als diese Aufgabe entweder selber zu übernehmen oder sie an einen erfahrenen Hundefriseur oder den Tierarzt zu delegieren. Denn wenn die Hundekrallen zu lang werden, ist das nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern kann weitreichende Auswirkungen auf die Gesundheit des Vierbeiners haben. Zu lange Krallen behindern den Hund beim Laufen, es kann dadurch zu Fehlbelastungen der Gelenke und so langfristig zu Schäden am gesamten Bewegungsapparat kommen. Wachsen die Krallen immer weiter, können sie schließlich in die Pfotenballen einwachsen, was zu schmerzhaften Wunden und Entzündungen führt. Auch besteht eine hohe Verletzungsgefahr, da der Hund mit den langen Krallen leicht irgendwo hängen bleiben und sich schlimmstenfalls eine Kralle ausreißen kann. Und nicht zuletzt kann der Hund auch Menschen verletzen, wenn er mit langen Krallen jemanden anspringt und ihm schmerzhafte Kratzwunden zufügt.

    Was sind Wolfskrallen beim Hund?

    Hunde zählen anatomisch gesehen zu den Zehengängern. Dazu benötigen sie an allen vier Pfoten jeweils vier Zehen, die fünften Zehen (entsprechend den Daumen und Großen Zehen beim Menschen) haben sich im Laufe der Entwicklung zurückgebildet. An den beiden Vordergliedmaßen existiert bei allen Hunden noch die sogenannte Daumenkralle mit einer knöchernen Verbindung zur Mittelhand, die aber sehr klein ist und keine Bodenhaftung hat. An den Hinterbeinen fehlt bei den meisten Hunden die fünfte Zehe komplett, allerdings kommt es immer wieder zu einem Durchbruch der genetischen Veranlagung, und so werden doch Hunde mit einer fünften Zehe an den Hinterpfoten geboren. Dabei gibt es unterschiedliche Ausprägungen – oft sind die Wolfskrallen nur locker durch Bindegewebe und die äußere Hautschicht mit dem Hundebein verbunden. Seltener gibt es eine knöcherne Verbindung zum Mittelfußknochen. Gerade die nur locker verbundenen Wolfskrallen sind sehr verletzungsanfällig, da der Hund leicht damit hängenbleiben und sich schlimmstenfalls die komplette Zehe abreißen kann.

    Durch züchterische Selektion wurde bei einigen Hunderassen dieses Merkmal wieder herausgearbeitet, und so kommen Wolfskrallen bei diesen Rassen besonders häufig vor:
    •Briard (laut Rassestandard sogar doppelte Wolfskralle vorgeschrieben)
    •Beauceron (ebenfalls doppelte Wolfskralle laut Rassestandard vorgeschrieben)
    •Kangal
    •Malinois
    •Berner Sennenhund
    •Afghane

    Da das Tierschutzgesetz die Amputation von Körperteilen generell verbietet, muss für eine Entfernung der Wolfskrallen beim Hund ein medizinischer Grund vorliegen. Die reale Verletzungsgefahr bei nicht knöchern verbundenen Wolfskrallen wird aber in der Regel als vernünftiger Grund gewertet, daher kann der Tierarzt im Einzelfall die Wolfskrallen beim Hund operativ entfernen. Entgegen der irrigen Bezeichnung haben Wölfe übrigens keine fünfte Zehe an den Hinterpfoten.

    Wann ist der richtige Zeitpunkt, um beim Hund die Krallen zu schneiden?

    Als gutes Maß für den richtigen Zeitpunkt zum Krallen schneiden beim Hund gilt die Bodenberührung der Krallen. Hörst Du es klackern, wenn Dein Vierbeiner in normaler Schrittgeschwindigkeit über harten Boden (Parkett, Laminat, Fliesen) läuft, sind die Krallen zu lang und sollten gekürzt werden. Am stehenden Hund sollten die Krallen den Boden nicht berühren.

    Da Hundekrallen im Gegensatz zu menschlichen Nägeln mit Nerven und Blutgefäßen durchzogen sind, die sogar immer weiter in die Kralle einwachsen, je länger sie wird, ist es umso wichtiger , auf eine regelmäßige Krallenpflege beim Hund zu achten.

    Wie schneidet man die Krallen beim Hund richtig?

    Ganz wichtig ist es, den Hund so früh wie möglich daran zu gewöhnen, dass sein Mensch ihn überall anfassen, befühlen und untersuchen kann. Wird das zunächst ohne wirkliche Manipulation sozusagen „trocken“ geübt und bekommt der Hund immer eine tolle Belohnung, wenn er sich brav alles gefallen lässt, dann klappt es später auch mit den echten Pflegemaßnahmen wie Bürsten, Trimmen oder eben Krallen schneiden viel einfacher.

    Zum Krallen schneiden beim Hund benötigst Du zunächst das richtige Werkzeug. Spezielle Krallenscheren oder -zangen bekommst Du im gut sortierten Fachhandel oder über Deinen Tierarzt oder Hundefriseur. Sie haben den Vorteil, dass die runde Schnittfläche den Druck gleichmäßig auf die Krallenspitze verteilt und keine Verletzungsgefahr für andere Pfotenbereiche besteht. Zusätzlich kann eine Feile oder ein spezieller Krallenschleifer helfen, scharfe Kanten an den Schnittflächen nachzuarbeiten. Sind die Krallen Deines Hundes nicht zu hart und auch nur etwas zu lang, kann es sogar ausreichen, sie nur zu schleifen und nicht zu schneiden.

    Am besten lagerst Du den Hund auf einer Seite und greifst über seinen Körper nach den Pfoten. So wird das Tier durch Deine Unterarme auf der Liegefläche fixiert und kann nicht plötzlich aufspringen. Sind die Krallen hell, kann der innenliegende Gefäßstrang meist gut erkannt werden, und der Schnitt sollte etwa 2-3 Millimeter unterhalb erfolgen. Bei dunkel pigmentierten Krallen sind die Gefäße nicht so einfach zu erkennen – hier kann es helfen, die Kralle mit einer kleinen Taschenlampe zu durchleuchten, um die Lebensader zu sehen. Zwar ist ein zu hoch angesetzter Schnitt mit Verletzung des Krallengefäßes nicht lebensbedrohlich, die Blutung kann leicht mit einem Tuch oder Tupfer gestillt werden, allerdings führt ein falscher Schnitt für den Hund zu einem Schmerz, und die Krallenschneide-Aktion wird dadurch nicht einfacher.

    Sind die Krallen bereits sehr lang und die Blutgefäße daher schon weit eingewachsen, muss die Kürzung Schritt für Schritt erfolgen. Zunächst wird nur so viel gekürzt, dass die Blutgefäße nicht verletzt werden. Diese bilden sich dann langsam zurück, so dass nach ein bis zwei Wochen das nächste Stück der Kralle geschnitten werden kann, bis schließlich die gewünschte Länge erreicht ist. Unbedingt muss beim Schneiden auch an die Daumenkrallen und, sofern vorhanden, an die Wolfskrallen gedacht werden.

    Zum Schluss bekommt der Hund dann für seine brave Kooperation ganz viel Lob und ein tolles Leckerli oder sein Lieblingsspielzeug zur Belohnung, damit er beim nächsten Mal wieder genau so gut mitspielt.

    Wann sollte der Tierarzt die Krallen beim Hund schneiden?

    Das Krallen schneiden beim Hund gehört zu den Pflegemaßnahmen und ist nicht unbedingt eine Aufgabe für den Tierarzt. Wer sich als Hundebesitzer aber unsicher ist oder sich das Schneiden selber nicht zutraut, kann diese Aufgabe getrost einem guten Hundefriseur oder dem Tierarzt überlassen. Vor allem bei Hunden mit sehr langen Krallen oder bereits bestehenden Problemen am Bewegungsapparat sollte besser ein Profi die Krallen kürzen.

    Eine Entfernung der Wolfskrallen aufgrund einer erhöhten Verletzungsgefahr ist ohnehin immer ein tierärztlicher Eingriff, der zumindest eine örtliche Betäubung, unter Umständen auch eine Kurzzeitnarkose beim Hund erfordert.

    Was kostet das Krallen schneiden beim Hund?

    Schneidet der Tierarzt nur die Krallen bei Deinem Hund, entstehen Kosten zwischen etwa 10 und 25 Euro dafür. Hinzu kommt aber in der Regel noch eine allgemeine Untersuchung mit Beratung, da der Tierarzt zunächst den Gesundheitszustand Deines Vierbeiners checken muss.

    Für die Entfernung von Wolfskrallen liegen die Kosten etwa zwischen 25 und 70 Euro pro Hinterbein, hinzu kommt noch die Lokalanästhesie oder eine Vollnarkose und alle verwendeten Medikamente und Verbrauchsmaterialien.

    Welche Kosten werden von der Versicherung übernommen?

    Die Hunde-Krankenversicherung Komfort von prevet übernimmt die Kosten für ambulante tierärztliche Leistungen bis zum 3-fachen Satz der GOT für Hunde bis zum 4. Geburtstag ohne Begrenzung, für ältere Hunde noch zu 80%.

    Wie lassen sich Kosten für das Krallen schneiden beim Hund vermeiden?

    Wenn Du Deinem Hund viel Auslauf in der Natur und auf unterschiedlichen, auch harten Untergründen ermöglichst, kann es sein, dass sich seine Krallen ganz von alleine auf der richtigen Länge halten und gar nicht geschnitten werden müssen. Sind die Krallen trotzdem zu lang, muss die Hundepediküre ab und zu sein, um schlimmere Schäden zu vermeiden und dem Hund ein schmerzfreies Laufen zu ermöglichen.

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    Experte / Zusammenarbeit

    Wilfried Tiegs - Unser Experte in Sachen Tiergesundheit

    Dieser Text entstand in Zusammenarbeit mit Dr. med. vet. Wilfried Tiegs, der viele Jahre als praktizierender Tierarzt für Klein- und Großtiere arbeitet. Der ausgebildete Tropentierarzt erwarb durch diverse Auslandsaufenthalte internationale Erfahrung und besitzt auch die Zulassung als Tierarzt für Neuseeland. Wilfried Tiegs auf LinkedIn

    Quellenangaben

    Alle Seiten Tierarztkosten

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