Nierenerkrankungen beim Hund

Die Niere ist ein wichtiges Organ für die Entgiftung des Körpers. Wenn ihre Funktionstüchtigkeit eingeschränkt ist, hat das weitreichende Auswirkungen auf die Lebensqualität des Hundes. Welche Aufgaben die Niere im Körper übernimmt und was sie tun können, um sie zu stärken, erfahren Sie hier.

Funktion der Nieren

Die Nieren sind an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Es ist deshalb für das Wohlbefinden und die Gesundheit des Vierbeiners wichtig, dass sie einwandfrei funktionieren.

Weil die Nieren einen großen Teil der Entgiftungsarbeit im Organismus übernehmen, kommen sie mit allerlei Giftstoffen in Berührung. Sie filtern Schadstoffe, die aus der Nahrung und Medikamenten in den Körper gelangen. Darüber hinaus übernehmen sie eine Reihe von weiteren Aufgaben im Hundekörper.

Die Aufgaben der Nieren umfassen:

  • Regulation des Wasserhaushalts: Die Nieren filtern Wasser aus dem Blut und behalten so einen bestimmten Gehalt bei. Bei übermäßiger Flüssigkeitsaufnahme gibt die Niere mehr Wasser in die Harnwege ab. Wenn der Hund wenig trinkt, hält sie das Wasser im Organismus.
  • Ausscheidung von Giftstoffen: Die Niere filtert das zunächst Blut und hält verschiedene Stoffe zurück. In einem zweiten Schritt werden aus diesem Primärharn wichtige Stoffe an den Körper abgegeben. Die restlichen, sogenannten harnpflichtigen Stoffe, gelangen zu den Harnwegen und werden ausgeschieden.
  • Regulierung des Säure-Basen-Haushalts: Die Nieren überwachen den pH-Wert des Bluts. Wenn er zu stark vom Idealwert abweicht, schütten sie Hormone aus, um den Idealwert von 7,4 wiederherzustellen.
  • Produktion von Hormonen und Enzymen: In der Niere werden Renin, Erythropoetin, Calcitriol, Kinine und Prostaglandine gebildet. Diese Hormone werden an verschiedenen Stellen im Organismus benötigt, u.a. zur Blutbildung.
  • Regulierung des Blutdrucks: In den Nierenkörperchen befinden sich Sensoren, die einen Blutdruckabfall registrieren. Daraufhin wird Renin produziert, das für eine Steigerung des Blutdrucks sorgt.
  • Synthese von Glucose: Die Nieren sind mit der Leber an der Synthese von Traubenzucker beteiligt.
  • Steuerung des Mineralstoffhaushalts: Die Nieren können dank ihrer Filterfunktion überschüssige Mineralstoffe aus dem Blut entfernen. Besonders die Elektrolyte Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphat und Bicarbonat werden von den Nieren reguliert.

Nierenkrankheiten bei Hunden

Bei Hunden treten vor allem zwei Erkrankungen der Nieren auf: Die chronische und die akute Niereninsuffizienz. Beide Erkrankungen gehen mit einer verminderten Funktionsfähigkeit einher.

Chronische Niereninsuffizienz

Die chronische Niereninsuffizienz (CNI) ist eine langsam fortschreitende Schädigung des Gewebes in der Niere. Sie kann entweder nur eine oder beide Nieren betreffen. Im

Verlauf einer CNI wird das Gewebe im Inneren der Organe zerstört. Weil die Nieren lange Zeit mithilfe ihren verschiedenen Steuermechanismen dagegen halten können, bleibt die chronische Insuffizienz lange Zeit unentdeckt.

Ist die Schädigung weit fortgeschritten, werden die Nieren Ihren Aufgaben nicht mehr gerecht. Vor allem die Filterung von Giftstoffen aus dem Blut gelingt dann seltener. In weiter fortgeschrittenen Fällen kann es dann vorkommen, dass die Giftstoffe aus der Niere wieder in den Organismus abgegeben werden.

Um eine CNI nachzuweisen, muss der Tierarzt eine Blutuntersuchung vornehmen. Bei einer nicht ordnungsgemäß arbeitenden Niere sind im Blut erhöhte Konzentrationen an harnpflichtigen Stoffen nachzuweisen. Man spricht auch von einer Urämie.

Weil Erkrankungen an der Niere mit steigendem Alter häufiger werden, sollten Sie Ihren Hund ab einem Alter von 7 Jahren regelmäßig untersuchen lassen. Auf diese Weise können Sie mögliche Organschäden frühzeitig erkennen.

Symptome einer chronischen Niereninsuffizienz

Typische Zeichen einer geschwächten Niere sind erhöhter Durst und gesteigerter Harndrang. Hinzu kommt bei vielen Hunden eine Ermattung. Sie sind oft müde und scheinen geschwächt. In schweren Fällen kommt Appetitlosigkeit hinzu. Wenn diese anhält, verliert Ihr Vierbeiner schnell Gewicht.

Als Begleiterscheinungen treten des Weiteren verschiedene Zahnfleischerkrankungen auf. Das Fell wird möglicherweise struppig und bildet Schuppen. Zudem kann Juckreiz auftreten.

Weitere mögliche Symptome sind Erbrechen, Durchfall und Schwindel. Aufgrund der Urämie riecht der Hund mitunter säuerlich. In den Augen lassen sich Eintrübungen feststellen.

Ursachen einer CNI

Die chronische Insuffizienz der Nieren kann viele Ursachen haben. Einige Hunderassen neigen stärker zur CNI als andere. Sie ist ein typisches Altersphänomen.

Eine CNI kann durch verschiedene Faktoren begünstigt werden. Gerade eine starke Belastung der Nieren, etwa durch Medikamente, schlechtes Futter mit vielen synthetischen Zusätzen, begünstigt die Insuffizienz. Andere Ursachen können Bluthochdruck, chronische Entzündungen, Unterkühlung oder genereller Bewegungsmangel sein.

Akutes Nierenversagen

Im Gegensatz zur CNI verliert die Niere beim akuten Nierenversagen innerhalb weniger Stunden ihre Funktionalität. Das akute Nierenversagen muss schnell erkannt werden, um durch die Behandlung langfristige Schäden zu vermeiden. Suchen Sie bei Verdacht auf Nierenversagen deshalb so schnell wie möglichen einen Tierarzt auf!

Symptome von akutem Nierenversagen

Oft ist das Verhalten des Vierbeiners verändert: Er trinkt mehr als üblich und muss häufiger Gassi oder aber er kann gar keinen Urin absetzen. Hinzu kommt Erbrechen und Appetitlosigkeit. Der Hund fühlt sich extrem unwohl und ist sehr matt. Häufig geht ein starkes Hecheln mit der Erkrankung einher.

Ursachen von akutem Nierenversagen bei Hunden

Die Ursachen für das plötzliche Versagen der Nieren sind vielfältig. Es kann etwa durch einen Hitzschlag, eine Verbrennung oder Infektionen hervorgerufen werden.

Häufig ist auch eine schlechte Durchblutung der Niere eine Ursache für das Versagen. Dies kann infolge von hohem Blutverlust, starkem Durchfall oder Herzschwäche passieren.

Die Nierenkörperchen können durch Vergiftungen oder Medikamente so stark in Mitleidenschaft gezogen werden, dass sie ihre Aufgabe nicht mehr richtig erfüllen können.

Weitere mögliche Ursachen liegen in blockierten Harnwegen, etwa durch Tumore, Harnsteine oder verengten Blutgefäßen.

Ernährung von Hunden mit Nierenkrankheiten

Hat der Hund eine kranke Niere, müssen Sie unbedingt die Ernährung anpassen. Um das Organ zu schonen, können sie verschiedene Futtermittel verwenden. Achten Sie darauf, dass das Futter Ihres Vierbeiners wenig Phosphor und Kalium enthält. Diese Mineralstoffe werden nur in geringen Mengen benötigt, eine Überversorgung bedeutet mehr Arbeit für die Nieren.

Folgende Lebensmittel haben ein günstiges Kalium-Phosphor-Verhältnis und eignen sich für die Ernährung nierenkranker Hunde:

  • Algen
  • Äpfel
  • Birnen
  • Blut
  • Ei
  • Ente
  • Erdbeere
  • Gurke
  • Heidelbeere
  • Hirse
  • Hühnchen
  • Kartoffel
  • Knochen und Knorpel
  • Kürbis
  • Lunge
  • Mangold
  • Molke
  • Reise
  • Ziege
  • Zunge
  • Zucchini

Die folgenden Nahrungsmittel haben einen hohen Phosphor- oder Kaliumgehalt und sollten deshalb nicht gefüttert werden:

  • Artischocken
  • Bierhefe
  • Brokkoli
  • Fleisch und Innereien
  • Fisch (außer Fettfisch, der einen geringen Phosphoranteil hat)
  • Getreide (außer Hirse und Reis)
  • Milch und Milchprodukte (außer Molke, Quark, Sahne und Hüttenkäse)
  • Nüsse
  • Sojabohnen

Darüber hinaus sollten die Proteine in der Hundenahrung leicht verdaulich und hochwertig sein. Idealerweise füttern Sie Ihrem Hund öfter pflanzliche Proteine. Diese weisen ein günstiges Kalium-Phosphor-Verhältnis auf. Reichern Sie die Nahrung mit hochwertigen Fisch- oder Pflanzenölen an.

Unterstützend sind die Vitalpilze Cordyceyps und Hericium. Frische Kräuter, etwa Goldrute, Ackerschachtelhalm, Birkenblätter und Löwenzahn, unterstützen die Nieren bei der Entgiftung und liefern wichtige Vitamine und Mineralstoffe.

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